Gesundheit
Krankenversicherung erzielt Milliarden-Überschuss

Der Gesundheitsfonds ist bislang nicht unterfinanziert: Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Die Private Krankenversicherung (PKV) fordert indes eine Leistungskürzung bei den gesetzlichen Kassen.

HB BERLIN. Bei den gesetzlichen Krankenkassen standen Einnahmen in Höhe von 42,5 Milliarden Euro Ausgaben im Umfang von 41,4 Milliarden Euro gegenüber, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag nach Auswertung der Daten aller rund 200 Kassen mitteilte. Alle Kassenarten hätten Überschüsse verbucht. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte in Berlin, die Kassen hätten damit genug Geld zur Verfügung, um eine gute Versorgung sicherstellen und in diesem Jahr Rücklagen bilden zu können.

Schmidt betonte zugleich, sie sehe keinen Anlass für die Krankenkassen, Zusatzbeiträge von ihren Versicherten einzufordern. Ihren Informationen zufolge plane dies zum 1. Juli nur eine einstellige Zahl von Kassen. In der Regel handele es sich um kleinere Kassen.

Anders als von Kritikern behauptet, sei der am 1. Januar gestartete Gesundheitsfonds nicht unterfinanziert, bekräftigte Schmidt. Die Ministerin rief die Krankenkassen auf, daran zu arbeiten, dass es bei einem Überschuss bleibe. Ein Weg dazu seien weitere Rabattverträge mit Pharmafirmen oder Zusammenschlüsse. Die Kassen dürften nicht immer nur nach mehr Geld rufen. Für konjunkturbedingte Ausfälle des Fonds werde der Staat mit einem Kredit geradestehen.

Nach Angaben Schmidts zahlten die Kassen den Ärzten für ambulante Behandlungen 9,1 Prozent mehr pro Versichertem aus. Dies zeige, dass sich die finanzielle Situation der Mediziner im laufenden Jahr durch die umstrittene Honorarreform erheblich verbessern werde. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2007 seien die Ausgaben für die niedergelassenen Mediziner gar um 14,2 Prozent angewachsen. Sie hoffe, dass dies die Ärzte beruhigen werde. Vor allem Fachärzte waren wegen befürchteter Einnahmeeinbußen gegen die Regierung zu Felde gezogen.

Insgesamt gaben die Kassen pro Versichertem 6,5 Prozent mehr aus als im selben Zeitraum des Vorjahres. Für stationäre Klinikaufenthalte wurden 5,6 Prozent mehr aufgewendet, was unter anderem mit den im vergangenen Jahr beschlossenen zusätzlichen Hilfen für die Krankenhäuser zusammenhängt. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,5 Prozent.

In früheren Jahren fuhren die Krankenkassen im ersten Quartal gewöhnlich ein Defizit ein, was im weiteren Jahresverlauf durch Einmalzahlungen an die Arbeitnehmer und Bundeszuschüsse meist wettgemacht wurde. Mit dem Fonds bekommen sie nun jeden Monat denselben Betrag zugewiesen.

Die Private Krankenversicherung (PKV) forderte die Regierung auf, die Leistungen der gesetzlichen Kassen drastisch auszudünnen. Zahnbehandlung, Krankengeld und Unfälle sollen die Kassenpatienten diesem Vorschlag zufolge zusätzlich privat absichern.

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