Gesundheit
Neue Geldspritze für Deutschlands Ärzte

Deutschlands Ärzte haben in diesem Jahr bereits mehr Geld bekommen und sollen auch im kommenden Jahr insgesamt rund eine Milliarde Euro mehr verdienen. Damit kommen die gesetzlichen Krankenkassen einer Forderung der Kassenärzte entgegen. Die Finanzlage der Kassen ist trotz Krise ausgesprochen gut.

HB BERLIN. Das Gesamthonorar für die rund 140 000 niedergelassenen Ärzte werde auf etwa 32 Mrd. Euro steigen, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am Mittwoch in Berlin mit.

In diesem Jahr war das Honorar von rund 29 Mrd. Euro 2008 auf mehr als 31 Mrd. Euro gestiegen. Der Kassenverband zeigte sich zufrieden, dass die Bezahlung der einzelnen Diagnosen und Behandlungen nicht steige. Allerdings müssten mehr Menschen behandelt werden, weil in der alternden Gesellschaft die Menschen häufiger krank würden, so Sprecher Florian Lanz. So sei die Erhöhung im entscheidenden Gremium, dem Erweiterten Bewertungsausschuss, zustande gekommen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte dem Vernehmen nach auch eine höhere Bezahlung der Behandlungen und Diagnosen gefordert. Ein Zuwachs um eine Milliarde Euro auf Kosten der Kassen bedeutet, dass die Beitragszahler rechnerisch mit rund 0,1 Prozentpunkten mehr belastet werden. Dies dürfte in die offizielle Schätzung für die Krankenversicherung im kommenden Jahr einfließen, die Anfang Oktober ansteht.

Die finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenkassen hat sich trotz Krise sehr gut entwickelt: die Kassen haben zum Halbjahr ein Milliardenplus eingefahren. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt konnte der Überschuss von gut 1,1 Mrd. Euro aus dem ersten Quartal sogar "noch einmal etwas gesteigert werden". Die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung sei damit besser als es viele Prognosen vorausgesagt hätten, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Mit einer Welle von Zusatzbeiträgen ab Januar rechnet Schmidt nicht. In diesem Jahr habe bis auf eine kleine Kölner Betriebskrankenkasse bislang keine Kasse Extrabeiträge angekündigt. Drei Kassen wollten sogar Prämien an ihre Mitglieder zurückzahlen.

Schmidt schloss für das Gesamtjahr ein Finanzdefizit aus. Sie deutete aber an, dass wegen steigender Ausgaben am Ende aber eine schwarze Null stehen könnte. Die SPD-Politikerin sagte, durch Zusammenschlüsse sei es einigen Kassen gelungen, besser mit ihren Mitteln zu haushalten und Zusatzbeiträge zu verhindern. Zu Beginn nächsten Jahres sei mit weiteren Kassenfusionen zu rechnen.

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