Gesundheitliche Probleme

Beck gibt auf, Dreyer macht weiter

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat seinen Rücktritt ankündigt. Statt des Nürburgring-Debakels ist aber offenbar die gesundheitliche Verfassung der Grund für den Rückzug des SPD-Politikers.
Update: 28.09.2012 - 21:02 Uhr 27 Kommentare
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD). Quelle: dapd

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD).

(Foto: dapd)

MainzDeutschlands dienstältester Ministerpräsident Kurt Beck tritt überraschend ab - aus gesundheitlichen Gründen. Nach 18 Jahren als Regierungschef von Rheinland-Pfalz macht der angeschlagene 63-Jährige seine Sozialministerin Malu Dreyer (beide SPD) Anfang 2013 zur Nachfolgerin an der Spitze der Regierung. Innenminister Roger Lewentz soll Chef der Landes-SPD werden. Beck war wegen der Nürburgring-Affäre zuletzt stark unter Druck geraten, hatte einen Rücktritt aber bisher abgelehnt und erst vor gut einem Monat ein Misstrauensvotum der CDU überstanden.

„Das hat damit zu tun, dass ich seit einem Krankenhausaufenthalt im letzten Winter (...) weiß, dass ich ein erhebliches Problem mit der Funktion meiner Bauchspeicheldrüse habe“, sagte Beck über den Rückzug, nachdem er seine SPD und die Fraktion informiert hatte. „Das ist recht ernst zu nehmen.“ Beck hatte bisher immer gesagt, er wolle bis 2016 die beiden Ämter behalten, falls seine Gesundheit es zulasse. „Ich kann entweder voll oder gar nicht.“ Die Entscheidung habe nichts mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun. „Im Gegenteil, weil ich nicht dazu neige, Baustellen, die ich nicht fertigstellen kann, anderen zu übergeben.“

„Ich bin froh und dankbar, dass die gesundheitliche Verfassung von Malu Dreyer es erlaubt, dass sie die Aufgabe als Ministerpräsidentin in diesem Land wahrnehmen kann und ich bin sicher hervorragend wahrnehmen wird“, sagte Beck. Die Gremien hätten dies einstimmig gebilligt.

Die 51-jährige Dreyer soll Anfang 2013 als erste Frau der Landesgeschichte an die Spitze der rot-grünen Regierung rücken. Sie leidet an Multipler Sklerose, einer chronisch entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dreyer freut sich auf die künftige Aufgabe: „Ich sage es aus ganzem Herzen.“ Mit Blick auf ihre Krankheit sagte sie: „Ich fühle mich auch kraftvoll und ich fühle mich gesund.“ Sie werde mitunter auch im Rollstuhl unterwegs sein. Landtagspräsident Joachim Mertes sagte: „Sie ist die Königin der Herzen.“

Dreyer war bisher nicht involviert in die Nürburgring-Krise. Die größtenteils landeseigene Besitzgesellschaft der Eifel-Rennstrecke meldete im Juli Insolvenz an. Das Land musste Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe zuschießen, das möglicherweise für immer verloren ist. Die Insolvenz hatte dem Ansehen des Regierungschefs schwer zugesetzt.

„Wir bedauern seinen Rücktritt“
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27 Kommentare zu "Gesundheitliche Probleme: Kurt Beck gibt seine Ämter ab"

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  • vielleicht hat er auch geschnallt was los ist und spielt nicht mehr mit ?

    es wird mit den Lügen der Bilderberger nicht mehr lange gut gehen - ALLES wird sich ändern:

    http://www.youtube.com/watch?v=h0vHVsEGiS8&feature=related

    youtube: 2012 Der Weltwirtschaftskollaps

    http://www.youtube.com/watch?v=UxHCe8nwqVg&feature=relmfu

    http://www.youtube.com/watch?v=dTH6Xfz74lg&feature=autoplay&list=SP123F4A87910B2D3E&playnext=2

    http://www.youtube.com/watch?v=b5S-o_6itLM&feature=list_other&playnext=1&list=SP123F4A87910B2D3E

  • Die einzige menschliche Regung nach all den herzlosen Kommentaren.

  • Wer 18 Jahre Politik macht muss im Volk viele Gönner gehabt haben. Also gemach werte Foristen.

    Ich wünsche ihm ein noch hoffentlich langes und gesundes Leben, denn bei der Krankheit (man munkelt Bauchspeicheldrüsenkrebs) sieht es i.d. R. nicht gut aus.

  • Die Nachfolgerin hat eine demokratische Legitimation von 0,0. Die RP waren ja so deppert und haben den Beck gewählt (schlimm genug), hoffentlich akzeptieren sie nicht,dass seine Nachfolgerin per Ordre SPD einfach dahin gesetzt wurde. Pfälzer, jetzt seid Ihr dran, wählt endlich die SPD ab. Es wird sowas von Zeit. Oder steht ihr auf Vermögensvernichtung?

  • Frei nach ....

    Der Beck erstieg den Thron der Macht, doch wenn man richtig nachgedacht, hat er dort oben sehr vieles falsch gemacht! Nach mir die Sintflut ist die Parole, solange ich mir die noch die Pension vom Steuerzahler hole!
    Denn eines ist ja ganz gewiss, am Ring ging's zu mit viel Beschiss!
    Narrhallamarsch...wolle me en joohn losse!
    aber klaro, schreit der Saal, ohn humba humba aber mit grosser Pensionserwartungszahl!
    Davon schleicht Kurt, der gerne saeuft und um die Damen schnurrt!

  • "Im Ergebnis fehlt den Bürgern 8 Milliarden Euro für fundierte Informationsbeschaffung und sie werden vom ÖR für dumm verkauft."

    Richtig.

  • Herr Beck war nur nebenberuflich Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz.

    Im Hauptberuf ist er Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder und Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrats und als solcher maßgeblich für die Ausplünderung der Bürger via GEZ-Steuer (irreführend "Gebühr", ab 2013 "Haushaltsabgabe" genannt) verantwortlich sowie für das Trimmen dieser Anstalten auf Parteihörigkeit.

    Im Ergebnis fehlt den Bürgern 8 Milliarden Euro für fundierte Informationsbeschaffung und sie werden vom ÖR für dumm verkauft.

    Hierfür ist sehr maßgeblich Herr Beck verantwortlich.



  • Sie sollten Ihren Abgeordneten fragen, weshalb gerade das nicht ginge...

  • Wenn jetzt auch noch die anderen Sozi-Dilettanten in Berlin und Brandenburg abtreten würden, hätten sich die gröbsten Vernichter von Steuergeldern selbst aus dem Verkehr gezogen.

    Das Problem ist nur, selbst wenn man alle feuert, hat man immer noch ihre unseligen Projekte, die sich auch dann zur Katastrophe entwickeln werden, wenn sie schon alle im überversorgten und unverdienten Ruhestand schwelgen.

  • Kann man so übernehmen. Statt Politiker Spitzenmanager setzen. Z. B. Schrempp. Hat den Wert von Daimler in seiner Amtszeit halbiert. Und ist mit dicker Abfindung ausgeschieden. Und da gibts noch genügend andere Namen. Alles Leute, die für die Bezüge Becks nicht einen Finger krumm machen würden.

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