Deutschland

_

Gesundheitsfonds: Dickes Finanzpolster mit Minirendite

Derzeit ist das deutsche Gesundheitssystem solide finanziert - im Gesundheitsfonds liegen über 8 Milliarden Euro. Doch Rendite gibt es wegen des Zinstiefs kaum - Schäubles Haushaltsexperten wollen nun umsteuern.

Der Gesundheitsfonds soll das Defizit der Kassen ausgleichen - Zinsen gibt es dafür kaum. Quelle: ap
Der Gesundheitsfonds soll das Defizit der Kassen ausgleichen - Zinsen gibt es dafür kaum. Quelle: ap

DüsseldorfDas Finanzpolster im gesetzlichen Gesundheitssystem summiert sich derzeit auf etwa 20 Milliarden Euro. Über 8,6 Milliarden Euro davon liegen beim Gesundheitsfonds, den Rest verwalten die einzelnen Krankenkassen. Wie viel genau, weiß niemand. Denn erst ab 2014 sollen die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet werden, ihre Bilanzen zu veröffentlichen. Bislang sind diese geheim.

Anzeige

Während Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert, Prämien an die Versicherten auszuschütten, will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Teile der Gesundheits-Milliarden zur Sanierung des Bundeshaushalts verwenden.

Doch was ist überhaupt so schlecht daran, dass - ausnahmsweise - einmal nicht über Milliardenlöcher im Gesundheitssystem debattiert wird, sondern das System (derzeit) äußerst solide finanziert zu sein scheint? Schließlich sind ein paar Euro Reserve für schlechte Zeiten doch nur selten verkehrt.

Die Antwort kennt jeder, der einerseits einen Kredit abbezahlt und gleichzeitig Geld anlegen möchte: Man muss mehr Zinsen für seine Schulden zahlen, als man Rendite für sein Guthaben bekommt. Das gilt nicht nur für Kleinsparer, sondern auch für den Staat. Investoren bekommen für deutsche Staatsschulden derzeit eine Rendite von im Schnitt gut 1,5 Prozent. Doch was bekommt der Staat, wenn er selbst als Anleger agiert, um die Gesundheits-Milliarden anzulegen?

„Das Zinsniveau unterlag im Verlauf des vergangenen Jahres starken Schwankungen“, räumt ein Sprecher des Bundesversicherungsamts ein - diese Behörde verwaltet den Gesundheitsfonds. „Im aktuellen Zeitraum liegt die Bandbreite nur zwischen 0,1 und 0,7 Prozent.“

  • Die aktuellen Top-Themen
Trotz schlechter Erfahrungen: Mexiko plant größeren Hauptstadtflughafen

Mexiko plant größeren Hauptstadtflughafen

Mexiko plant ein beeindruckendes Infrastrukturprojekt: Der Flughafen in der Hauptstadt soll ausgebaut werden und die Tourismuseinnahmen vergrößern. Ähnliche Pläne gab es bereits vor 12 Jahren - mit einem Unterschied.

Anordnung von Obama: USA schicken mehr Soldaten in den Irak

USA schicken mehr Soldaten in den Irak

Seit Anfang August fliegt die US-Luftwaffe Angriffe auf die Dschihadistengruppe IS. Nun stockt US-Präsident Obama auf - er stationiert weitere Soldaten im Irak. Doch die Republikaner fordern eine klare Strategie.

Nach Wahlerfolg in Sachsen: AfD buhlt um enttäuschte CDU-Mitglieder

AfD buhlt um enttäuschte CDU-Mitglieder

Die AfD strotzt nach ihrem Erfolg bei der Sachsen-Wahl vor Selbstbewusstsein. Dazu passt, dass sich einige CDU-Politiker der Partei öffnen wollen. AfD-Chef Adam nimmt die Steilvorlage gerne an und macht ein Angebot.