Gesundheitsfonds
Honorarreform treibt Ärzte auf die Barrikaden

Der Jubel unter den Medizinern war groß, als Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) den Kassenärzten im vergangenen Jahr höhere Honorare versprach: 2,7 Mrd. Euro mehr sieht die inzwischen verabschiedete Honorarreform für dieses Jahr vor. Das bedeutet eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von zehn Prozent. Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt.

BERLIN. Denn die neue Gebührenordnung hat Haken und Ösen. Weil nach ihr Ärzte bundesweit für gleiche Leistung annähernd gleiches Honorar erhalten sollen, bringt sie den bislang schlecht bezahlten Ärzten in den neuen Ländern mehr Geld. Schon früher gut bezahlte Mediziner im Westen haben das Nachsehen. Hinzu kommt, dass der Honorartopf nach neuen Kriterien verteilt wird.

Jeder Arzt erhält zunächst ein Regelleistungsvolumen, dessen Höhe sich auch nach der Zahl seiner Behandlungen in der Vergangenheit richtet. Hatte er viele, aber preiswerte Behandlungen, profitiert er. Hat er wenige Behandlungsfälle, aber beispielsweise teure Geräte, gibt es weniger Geld als früher. Mehrleistungen werden zudem außerhalb des Regelleistungsvolumens honoriert. Dafür mussten die Kassenärztlichen Vereinigungen Rückstellungen bilden. Die fielen zum Teil sehr hoch aus. Alles zusammen führte dazu, dass vor allem Fachärzte in Westdeutschland im Januar Honorarbescheide für das erste Quartal erhielten, die bis zu 50 Prozent unter Vorjahresniveau lagen. Entsprechend lautstark ist seit Wochen der Protest.

Die Kassen haben inzwischen zugestimmt, die Honorarverluste bis 2010 zu begrenzen. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, will noch mehr tun: "Wir werden uns für eine Überarbeitung der Regelleistungsvolumen einsetzen", versprach er jetzt.

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