Gesundheitsminister Rösler
Grippe gefährlicher als Schweinegrippe

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sieht in der normalen Herbstgrippe derzeit noch ein höheres gesundheitliches Risiko als in der Schweinegrippe. Derweil sind am Freitag in Deutschland zwei weitere Menschen an den Folgen einer H1N1-Erkrankung gestorben.
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HB BERLIN/WASHINGTON. Philipp Rösler sagte laut „Bild am Sonntag“ auf die Frage, ob er schon gegen Schweinegrippe geimpft sei, er lasse sich zuallererst gegen die normale Grippe impfen. „Die ist momentan noch gefährlicher. Und danach gegen die Schweinegrippe“, wird Rösler zitiert. Jeder Bürger solle mit seinem Arzt besprechen, ob er sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen wolle. „Gefährdete Personen sollten sich aber wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen jetzt gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Auch die Polizei und die Feuerwehrleute sollten sich wie vorgesehen impfen lassen.“ Die normale Grippeimpfung solle man dabei keinesfalls vergessen: „Denn die kann für bestimmte Personengruppen mit chronischen Krankheiten auch gefährlich sein.“

Derweil sind in Deutschland sind mindestens zwei weitere Menschen an der sogenannten Schweinegrippe gestorben. Darunter ist erstmals eine Frau, die offenbar allein den Folgen der neuen Influenza erlag. „Die 48-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte keine bekannten Vorerkrankungen, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden“, teilte das Universitätsklinikum Bonn am Freitagabend mit. Wo sich die Frau angesteckt habe, sei unklar.

In Augsburg starb einem Zeitungsbericht zufolge zudem ein dritter Patient an den Folgen der Schweinegrippe. Damit hätte sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der neuen Grippe in Deutschland innerhalb eines Tages auf sechs verdoppelt. Das Robert Koch Institut (RKI) bestätigte zunächst nur zwei neue Todesfälle, womit die Gesamtzahl bei fünf liege.

An den Folgen der neuen Grippe waren in Deutschland bislang Patienten gestorben, die bereits andere Krankheiten hatten oder wegen gesundheitlicher Risiken besonders anfällig gewesen waren. Nach dem neuen Fall in Bonn rechnet das RKI nun damit, dass auch in Deutschland verstärkt Patienten ohne weitere Vorerkrankungen an der Schweinegrippe sterben könnten.

Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Uni-Klinik Bonn, Martin Exner, warnte, dass „möglicherweise jetzt die zweite Welle der Influenza-Pandemie auch in Deutschland beginnt“. Insbesondere mit der kalten Jahreszeit könne nun vermehrt mit schwereren Krankheitsverläufen zu rechnen sein. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass die Mehrzahl der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland bislang milde verlaufen sei.

Neben dem Todesfall in Bonn bestätigte das RKI einen zweiten Fall im Saarland: Dort starb am Freitagnachmittag ein fünfeinhalbjähriger Junge in der Kinderklinik Kohlhof an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Bei ihm sei ebenfalls die neue Grippe festgestellt worden. Der Junge litt an einer chronischen Vorerkrankung der Lunge.

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  • Das Thema Schweinegrippe ist eh irrational belegt und oft Panikmache!

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