Gesundheitsministerium zufrieden mit Vorstoß
TK kämpft gegen Versichertenkarten-Missbrauch

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat zum Oktober rund 100 000 Ärzte mit einem neuen Sicherheitssystem ausgestattet, um den milliardenschweren Missbrauch von Versichertenkarten einzudämmen. Durch diese Prüfsoftware könne der Betrug mit einer ungültigen Chipkarte ab sofort schon vor der Behandlung in der Arztpraxis erkannt werden, sagte das Vorstandsmitglied der TK, Christoph Straub, am Donnerstag in Berlin.

HB BERLIN. Die meisten anderen Krankenkassen verwenden das System laut Leonhard Hansen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bisher nicht.

Insgesamt entstehe den Ärzten und Krankenkassen in Deutschland durch den Missbrauch der Versichertenkarten ein geschätzter Schaden von zwei Mrd. € im Jahr, sagte Hansen. Ein Großteil der Summe ergebe sich dadurch, dass sich Betrüger Arztleistungen und Medikamente mit Karten erschleichen, die gestohlen sind oder nach dem Ende einer Mitgliedschaft nicht an die Krankenkasse zurückgegeben werden. Das neue Prüfsystem lasse die Nutzung der ungültigen Karten in Zukunft nicht mehr zu. Die Kosten für die Technik seien geringer als die Einsparungen, sagte Straub.

Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich positiv zu dem neuen System: „Wir begrüßen alles, was der Bekämpfung von Missbrauch dient“, sagte eine Sprecherin. Dies werde ab 2006 auch mit der elektronischen Gesundheitskarte erreicht. Ein Sprecher der AOK, die die Prüfsoftware nur in Bremen einsetzen wird, äußerte sich zurückhaltend. Vor allem sei bedenklich, dass für dieses System Patientendaten an eine Fremdfirma gegeben würden.

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