Gesundheitsreform beginnt zu wirken
Kassenbeiträge sinken 2004 unter 14 Prozent

Dagegen sieht Franz Knieps, zuständiger Abteilungsleiter im Sozialministerium, Hinweise, dass die Versicherten vor allem auf medizinisch Überflüssiges verzichten. „Wir hören, dass sie auch stärker nach preiswerten Alternativen fragen.“ Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gingen im Januar und Februar vor allem wegen der neuen Praxisgebühr deutlich weniger Versicherte zum Arzt. Da jeder Patient die Praxis mit einem Rezept verlasse, sei auch dies ein Grund für den Ausgabenrückgang bei Medikamenten.

Durch die Reform sind diese auch preiswerter geworden. Rezeptpflichtige Medikamente mit einem Umsatz von 17 Mrd. Euro seien wegen der neuen Preisverordnung billiger, lediglich für einen Umsatz von 1 Mrd. Euro ergäben sich Erhöhungen, meint Schmidt. Bei den rezeptfreien Mitteln können die Apotheken die Preise seit Januar frei bestimmen. Laut IMS haben dies 3 bis 4 % der Apotheken für Senkungen um 6 bis 9 % genutzt. Ein Prozent erhöhte die Preise. Der Versandhandel, der seit Januar freigegeben ist, kommt nur langsam in Schwung. 500 der rund 22 000 Apotheken haben sich dafür entschieden. Nur wollen größer (mehr als 1000 Sendungen pro Tag) in das Geschäft einzusteigen.

Als Grund für das schwache Interesse gab Schmidt an, dass der Versandhandel für inländische Apotheken wirtschaftlich uninteressant sei. „Die Apothekerverbände haben über die Länder durchgesetzt, dass auch für deutsche Versandapotheken die Preisverordnung gilt. Damit können sie anders als ausländische Anbieter wie Doc Morris nicht mit der Industrie Preisvorteile aushandeln. Wir haben das nicht gewollt.“

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