Gesundheitsreform ermöglicht Ermäßigung
Kassen prüfen Nachlässe bei Praxisgebühr

Die Krankenkassen erwägen, gesundheitsbewussten Patienten eine Ermäßigung oder einen Erlass der Praxisgebühr von zehn Euro je Quartal zu geben. Das berichteten Vertreter von Krankenkassen am Donnerstag in Berlin.Entsprechende Lösungen würden geprüft.

HB BERLIN. Die Kassen-Vertreter verwiesen jedoch erneut darauf, dass zunächst auch die Details zum Einzug der Praxisgebühr geklärt seien müssten. Dazu wollten Kassenärztliche Vereinigungen und die Krankenkassen am Donnerstag zu weiteren Verhandlungen zusammenkommen. Strittig ist unter anderem die von Ärztevertretern geforderte und von Kassen abgelehnte Bearbeitungsgebühr. Offen ist auch eine Regelung für den Fall, dass Patienten keine zehn Euro beim erstmaligen Arztbesuch zahlen können. Geklärt werden muss auch das Inkassorisiko bei säumigen Zahlern.

Eine geringere Praxisgebühr oder gar eine Befreiung ist durch die Gesundheitsreform möglich. Denn Zuzahlungen und auch Praxisgebühren können reduziert werden, wenn sich Patienten unter anderem an Hausarztmodellen oder anderen, kostengünstigen Formen der Versorgung beteiligen. Mit Ärzten müssten aber noch entsprechende Verträge geschlossen werden, sagte der Sprecher des Ersatz-Kassenverbandes VdAK, Martin Plass.

Die Praxisgebühr wird von 2004 an nicht bei jedem Arztbesuch fällig. Patienten müssen die zehn Euro nur ein Mal pro Quartal zahlen, unabhängig davon, wie oft sie den Arzt aufsuchen. Nur wer ohne Überweisung zum Facharzt geht, muss nochmals zahlen. Patienten müssen daher von Januar an neben ihrer Versicherten-Chipkarte beim Erstkontakt auch zehn Euro dabei haben. Damit will die Politik unter anderem verhindern, dass Patienten zu viele Ärzte aufsuchen.

Kassenärzte wollen aber einen Teil der zehn Euro einbehalten als Bearbeitungskosten zum Einzug der Praxisgebühr. Sie verweisen darauf, dass sie das Geld für die Kassen einziehen. Als Aufwandsentschädigung waren zuletzt ein bis fünf Euro im Gespräch.

Geplant war zudem, dass die meisten Patienten bereits vor Behandlung in der Praxis zahlen. Bei dieser Vorkasse wird inzwischen eine „großzügige Lösung“ angestrebt, in echten Notfällen soll sie entfallen. Dafür stehen die Regeln noch aus. Ein weiteres Problem sind Pläne, Haus- und Fachärzte beim Eintreiben der Gelder bei säumigen Zahlern vom „Inkassorisiko“ zu befreien

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