Gesundheitsreform
Insbesondere Rentner zahlen darauf

Der angekündigte Umbau der Krankenversicherung könnte Rentner besonders hart treffen. Sie müssen wahrscheinlich mehr für die Krankenkasse zahlen, obwohl ihre Bezüge in den nächsten Jahren kaum steigen. Darauf wies die Deutsche Rentenversicherung am Mittwoch in Würzburg hin.
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HB WÜRZBURG. „Es ist sicher eine Gratwanderung, die man in Zukunft genauer beobachten muss“, sagte Rentenverbandspräsident Herbert Rische.

Die schwarz-gelbe Koalition will mit der Gesundheitsreform den Arbeitgeberbeitrag festschreiben. Rische erwartet, dass dies auch für den Zuschuss der Rentenversicherung zum Kassenbeitrag gilt. Damit müssen auch Rentner Mehrkosten alleine zahlen. Von geplanten Entlastungen - etwa der Erhöhung des Kinderfreibetrags - profitieren die Älteren dagegen weniger. Für die Bezieher kleiner und mittlerer Renten könne dies zum Problem werden, warnte Annelie Buntenbach, die den Deutschen Gewerkschaftsbund in der Spitze der Rentenversicherung vertritt.

Rische verwies darauf, dass die schwarz-gelbe Koalition zwar selbst keine große Rentenreform angekündigt habe. Doch habe sie die Beschlüsse der Vorgängerregierung umzusetzen. So sollen die in den vergangenen Jahren ausgefallenen Einschnitte beim Rentenniveau nachgeholt werden und 2012 die Rente mit 67 starten. Deshalb werde die Sozialpolitik wohl kaum „ruhig und beschaulich verlaufen“, sagte Rische.

Insbesondere bei der bereits gesetzlich festgeschriebene Rente mit 67 steht noch einmal eine Grundsatzdebatte an. 2010 müssen zunächst offiziell die Beschäftigungschancen für Ältere bewertet werden. Buntenbach mahnte die Regierung, die Prüfung ernst zu nehmen. Der Arbeitgebervertreter im Vorstand, Alexander Gunkel, sagte ebenfalls: „Ich gehe davon aus, dass diese Überprüfung ergebnisoffen ist.“

Rentenpräsident Rische bekannte sich zwar zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit, hält ihre Bedeutung für die Rentenfinanzen aber für begrenzt: „Die Rente mit 67 ist nicht der Ankerpunkt, an dem alles hängt“, sagte er.

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