Gesundheitsreform
Privatkassen droht radikaler Umbau

Die Gesundheitsreform wird nicht nur die gesetzlich Versicherten treffen, sondern auch die privaten. Laut mehrerer Zeitungsberichte soll das System radikal umgebaut werden. Demnach werden die Privatkassen bald ähnlich funktionieren wie die gesetzlichen – was sich voll auf die Beiträge durchschlagen soll.

HB BERLIN. Die Privatkassen sollen künftig einen einheitlichen Basistarif für alle Versicherten anbieten und dürfen Interessenten nicht mehr ablehnen. Das berichten mehrere Zeitungen unter Berufung auf einen Expertenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium. Laut „Berliner Zeitung“ sollen bereits bestehende Verträge in den Basistarif und eine Zusatzversicherung aufgeteilt werden.

Die Pläne für die Privatkassen könnten die heute niedrigen Prämien für jüngere Versicherte um bis zu 36 Prozent steigen lassen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Auch die „Bild“-Zeitung berichtet über die mögliche Teuerung unter Berufung auf den entsprechenden Gesetzentwurf. Grund sei der im Entwurf festgeschriebene Basistarif, der keine Gesundheitsprüfung erfordere. Die Leistungen sollen denen der gesetzlichen Versicherung entsprechen. Außerdem führe die leichtere Möglichkeit des Krankenkassenwechsels zu erheblichen Mehrkosten bei den privaten Kassen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ sollen die Versicherten anders als heute bei einem Wechsel in eine andere Privatkasse ihre individuelle Altersrückstellung mitnehmen können.

Soziale Komponente

Im Berliner „Tagesspiegel“ heißt es, zwischen den Privatkassen solle – wie schon bei den gesetzlichen Kassen – ein Risikostrukturausgleich eingeführt werden, um Versicherungen mit vielen Kranken zu entlasten.

Darüber hinaus ist der „Berliner Zeitung“ zufolge eine soziale Komponente geplant. Kein Versicherter soll mehr als 20 Prozent seines Einkommens für den Basisschutz ausgeben müssen. Wird dieser Anteil überschritten, erhält er aus einem gemeinsamen Fonds der Privatkassen einen Zuschuss. Beim Basistarif ist ein Selbstbehalt von 1 200 Euro vorgesehen.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums verwies am Mittwochabend darauf, dass die Änderungen für die privaten Kassen bereits in den Eckpunkten zur Gesundheitsreform angekündigt worden seien. Zu den Details in den Zeitungsberichten nahm sie keine Stellung.

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