Gesundheitsversorgung für Ältere
Juso-Chef: Mißfelders Vorschlag asozial und unseriös

Juso-Chef Niels Annen hat die Sparvorschläge des Vorsitzenden der Jungen Union, Philipp Mißfelder, bei der Gesundheitsversorgung von Älteren als „asozial und unseriös“ bezeichnet.

HB/dpa BERLIN. Mit seiner Forderung, Senioren ab 85 Jahren künftig keine künstliche Hüfte mehr zu finanzieren, habe er der jungen Generation einen „Bärendienst“ erwiesen, sagte der Vorsitzende der SPD- Nachwuchsorganisation der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag). Sie gehe auf Kosten der Solidarität in der Gesellschaft.

Zugleich warf Annen seinem JU-Kollegen vor, sich „am Spiel der Lobbyisten zu beteiligen und von den eigentlichen Problemen im Gesundheitswesen abzulenken“. Annen sieht diese in der Unter- und Fehlversorgung, den „Monopolgewinnen der pharmazeutischen Industrie“ sowie in dem „nicht gebrochenen Kartell der Kassenärztlichen Vereinigung“.

Der Juso-Chef monierte, der Begriff Generationengerechtigkeit werde heutzutage für „jede noch so abwegige Idee herangezogen“. Das Wort werde immer dann benutzt, wenn es darum gehe, Lebensrisiken zu privatisieren sowie Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung zu kürzen. „Das kann nicht im Interesse der jungen Generation liegen.“ Generationsgerecht wäre vielmehr, der Jugend Chancen für Arbeit und Ausbildung zu eröffnen.

In diesem Zusammenhang sprach sich Annen für die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten aus: „Im Einzelfall kann dann auch bis 70 gearbeitet werden.“ Es entspreche nicht mehr den Anforderungen der modernen Zeit, dass der größte Teil der Lebensarbeitszeit zwischen 35 und 55 Jahren liege.

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