Gesundheitswesen
Marburger Bund will Gesundheitsgewerkschaft gründen

Der Marburger Bund plant offenbar die Gründung einer Gesundheitsgewerkschaft in Konkurrenz zur Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

HB BERLIN. Er könne sich vorstellen, „dass wir alle medizinischen Verbände um uns herum gruppieren zu einer Gesundheitsgewerkschaft“, sagte der Chef der Ärztegewerkschaft, Frank Ulrich Montgomery, dem Magazin „Focus“ laut Vorabbericht vom Samstag. Mit Blick auf die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte er: „Wir wollen das Allmachtprinzip der großen Gewerkschaften aufbrechen“, erklärte er und sprach von einer „Verdiktatur“. Der Marburger Bund ist mit Verdi heftig zerstritten, nachdem er an dem Tarifabschluss für die Beschäftigten an kommunalen Kliniken nicht beteiligt wurde. Diesen hatten Arbeitgeber, Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes (dbb) unter sich ausgehandelt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt rief den Marburger Bund und Verdi dazu auf, ihren Konkurrenzkampf im Tarifpoker an den kommunalen Kliniken beizulegen. „Die Trennung der Gewerkschaften in diesem Bereich ist eher schädlich. Der Marburger Bund und Verdi sollten sich wieder zusammenraufen“, sagte die SPD-Politikerin der „Passauer Neue Presse“.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hat sich mit Verdi und der dbb-Tarifunion auf einen Kompromiss über eine Anhebung der Gehälter für die rund 400 000 Beschäftigte an den kommunalen Kliniken verständigt. Eingeschlossen sind neben den Ärzten auch Pflegepersonal, Techniker und Verwaltungsangestellte. Laut VKA sollen die Gehälter für die Mediziner um durchschnittlich zehn Prozent steigen. Der Marburger Bund fordert hingegen einen eigenen Tarifabschluss. Der Verband sieht sich mit 145 000 Mitgliedern als eigentliche Vertretung der Ärzte, während bei Verdi seinen Angaben zufolge nur rund 1 000 Mediziner organisiert sind.

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