Gesundheitswesen
Mit Therapieprogrammen und Klinikmanagement Kosten sparen

Als die Barmer 2000 bei 500 Krankenhäusern ein Gesundheitsmanagement einführte, gehörte sie noch zu den Pionieren unter den 250 gesetzlichen Kassen.

BERLIN. Seither versuchen nahezu alle Kassen durch Controlling und besondere Betreuungsangebote die Qualität der Therapie zu verbessern, überflüssige Behandlungen zu vermeiden – und Geld zu sparen. Auch die Politik hat das Thema entdeckt und 2002 Behandlungsprogramme für chronisch Kranke eingeführt.

Sie reagiert damit auf wachsende Kritik an einem Nebeneinander von Unter- , Über- und Fehlversorgung im deutschen Gesundheitssystem. Dieses war dadurch entstanden, dass die gesetzlichen Kassen zwar anders als die Privatversicherungen schon immer über Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern Einfluss auf die Preise nehmen konnten. Tatsächlich hatten sie aber keine Kontrolle über Qualität und Effizienz der Behandlung.

Als die Barmer ihr Krankenhausmanagement eingeführt habe, berichtet der Leiter der Abteilung für Gesundheitsmanagement Christian Graf, sei es darum gegangen, zu verhindern, dass Patienten zu lange im Krankenhaus liegen oder durch eine Anschlussheilbehandlung sicher zu stellen, dass der Herzinfarkt nicht zu dauerhafter, für die Kassen teurer Arbeitsunfähigkeit führt. Inzwischen gibt es ein neues Vergütungssystem.

Statt eines Tagessatzes erhalten die Kliniken ein Pauschalhonorar für jeden Krankheitsfall. Damit ist es für sie interessant, Patienten so schnell wie möglich zu entlassen oder sogar gezielt nach einer Behandlung nach Hause zu schicken, um sie später erneut aufzunehmen. Durch solche Wiedereinweisungen wird die Fallzahl in die Höhe getrieben und damit die Krankenhausausgaben. Also liege das Augenmerk der Versorgungskoordinatoren nun darauf, „solche teuren und für den Patienten nicht sinnvollen Drehtüreffekte zu vermeiden,“ berichtet Graf.

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