Deutschland
Geteiltes Echo auf Schröders Investitions-Appell

Der Appell von Bundeskanzler Gerhard Schröder an die Unternehmen, nach den Reformen am Arbeitsmarkt wieder in Deutschland zu investieren, hat ein geteiltes Echo ausgelöst.

HB BERLIN. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, wies in der „Bild“-Zeitung vom Dienstag den Vorwurf Schröders zurück, die Wirtschaft investiere nicht genügend in Deutschland. „Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Viele Unternehmen investieren weiter hier, schaffen trotz schwieriger Bedingungen neue Arbeitsplätze“, sagte DIHK-Präsident Braun.

Schröder hatte an die Unternehmen appelliert, nach den von der Regierung durchgesetzten Arbeitsmarktreformen zu investieren und Stellen zu schaffen. Die Rahmenbedingungen stimmten. Deshalb solle das Gerede von der Verlagerung der Betriebsstätten und Arbeitsplätze aufhören und in Deutschland investiert werden, forderte der Kanzler.

Auch Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wandte sich gegen Schuldzuweisungen. Die Karre müsse gemeinsam wieder flott gemacht werden. „Wir alle müssen begreifen, dass sich unsere Wirtschaft in voller Breite international aufstellen muss“, sagte Kannegiesser der Chemnitzer Zeitung „Freie Presse“. Der Abbau der Arbeitslosigkeit werde sehr viel Zeit erfordern.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) warf Schröder im „Handelsblatt“ vor, sich zum Moralapostel aufzuschwingen. Das sei katastrophal. CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte den Appell Schröders bereits am Wochenende als Ablenkungsmanöver zurückgewiesen.

Dagegen unterstützten Grünen-Fraktionschefin Krista Sager und der Wirtschaftsweise Peter Bofinger Schröders Appell. Wer die deutsche Lebensqualität genießen wolle, sollte durch Sicherung der Beschäftigung auch zur Stärkung des sozialen Gefüges beitragen, sagte Sager der „Financial Times Deutschland“. Bofinger sagte der selben Zeitung, man dürfe den Unternehmern bei ihrer Investitionszurückhaltung keinen bösen Willen unterstellen. Vielmehr sei ihre Vorsicht wegen der schwachen Inlandsnachfrage verständlich. Schröders Appell könne mithelfen, den Unternehmern klar zu machen, dass sie Mitverantwortung für die Stimmung in Deutschland trügen.

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