Getrieben von Unterenehmensabgaben
Steuereinnahmen steigen zweistellig

Die Steuereinnahmen sind im Juli um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen – so stark wie seit Jahren nicht mehr. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Damit beschleunigt sich eine vor einem Jahr begonnene Trendwende weiter: Im ersten Quartal waren die Einnahmen um sechs Prozent, im zweiten Quartal um 8,8 Prozent gestiegen.

DÜSSELDORF. „Das ist ein sensationell gutes Ergebnis“, hieß es in Steuerschätzerkreisen. In den ersten sieben Monaten liegen damit die Einnahmen ohne die gesondert erhobenen Gemeindesteuern um gut acht Prozent über dem Vorjahreswert. Damit haben die Finanzämter bereits 18 Mrd. Euro mehr Steuern eingenommen als in den ersten sieben Monaten 2005. Hinzu dürften noch gut zwei Mrd. Euro bei der gesondert erfassten Gewerbesteuer kommen. Zum Vergleich: Der Arbeitskreis Steuerschätzung hatte im Mai für das Gesamtjahr lediglich ein Plus von gut 13 Mrd. Euro geschätzt. „Das könnten jetzt noch gut zehn Mrd. Euro mehr werden“, hieß es in Schätzerkreisen.

Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass bereits dieses Jahr die Defizitquote unter die EU-weit zulässige Marke von drei Prozent sinkt. Finanzminister Peer Steinbrück hatte kürzlich noch 3,1 Prozent nach Brüssel gemeldet. Mehreinnahmen von 2,3 Mrd. Euro entsprechen 0,1 Defizitpunkten.

Getrieben wurden die Steuereinnahmen abermals von den Unternehmensteuern. Die Körperschaftsteuer spülte allein im Juli 530 Mill. Euro mehr in die öffentlichen Kassen als im Vorjahresmonat. Die vor allem von Unternehmern gezahlte veranlagte Einkommensteuer verbesserte sich sogar um gut 700 Mill. Euro. Die günstige Konjunktur schlägt aber auch allmählich auf die beiden größten Einzelsteuern durch. Die Lohnsteuereinnahmen stiegen im Juli um 3,4 Prozent. Die Umsatzsteuer – lange das Sorgenkind des Finanzministers – legte sogar um 14 Prozent zu.

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