Gewerbesteuer steigt weiter
Finanzen der Kommunen gesunden rasant

Während der Bund und die meisten Bundesländer weiter mit hohen Etat-Defiziten kämpfen, entwickeln sich die Finanzen der Städte und Gemeinden prächtig.
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DüsseldorfIm ersten Quartal nahmen Kommunen und Stadtstaaten mit 9,9 Milliarden Euro noch einmal 44 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer ein als im Vorjahresquartal. Das erfuhr das Handelsblatt auf Anfrage aus dem Statistischen Bundesamt. Erste Prognosen des Städtetags, die einen deutlichen Einnahme-Rückgang im ersten Quartal signalisierten, bewahrheiteten sich damit nicht.

„Das erste Quartal 2011 war schon ungewöhnlich gut. Wenn dieses Ergebnis nun gehalten wird, ist das ein gutes Zeichen“, sagte die Steuerschätzerin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Kristina van Deuverden. Das DIW rechnet für das Gesamtjahr 2012 mit einem Plus von sieben Prozent. Kommendes Jahr dürfte die Gewerbesteuer um weitere vier Prozent auf dann rund 45 Milliarden Euro steigen – ein neues Allzeithoch.

Die Gewerbesteuer steht zum größten Teil den Kommunen zu; über eine Umlage sind Bund und Länder lediglich mit etwa einem Sechstel an dem Aufkommen beteiligt.

Kommentare zu " Gewerbesteuer steigt weiter: Finanzen der Kommunen gesunden rasant"

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  • Die Steigerung war im Vergleich zum "Vorjahresquartal", also zum ersten Quartal 2010 (alle anderen Vergleich sind ja auch ziemlich sinnlos, da das erste und das letzte Quartal eines Jahres nicht miteinander vergleichbar sind!). Deshalb halte ich meine Aussage für richtig.
    Und Prognosen sind Prognosen - und, wie bekannt, schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.

  • Herr Anonym, bitte auf die Details achten: die Anmerkung war, dass es um 44 Mio. im *Quartal* gestiegen ist - daher sind 0,5% bezogen auf die Jahresinflationrate, etc. falsch. Weiter im Artikel steht dann "DIW rechnet für das Gesamtjahr 2012 mit einem Plus von sieben Prozent" - Titel daher ok, wenn auch wie immer im Journalismus reiserisch.

  • Also, einmal nachgerechnet: Die Gewerbesteuereinnahmen steigen um nicht ganz 0,5%;
    Die Inflationsrate lag letztes Jahr bei über 2%, Das Wachstum des BIP (real) um 3%, also zusammen rund 5% nominales Wachstum.
    Die Gewerbesteuer ist also real um 1,5% gesunken und ist nur um 1/10 des BIP-Wachstums gestiegen. Die Löhne die die Kommunen zahlen sind übrigens um 3% gestiegen (und das ist bei den Gehältern von z.B. Erzieherinnen sicher nicht zu viel!)

    Wie kommt man bei diesen Zahlen bloß zu der Überschrift: "Finanzen der Kommunen gesunden rasant"; völlige Realitätsverweigerung vielleicht?

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