Gewerkschaft: "Drohung ist völlig unangemessen“: Verleger drohen mit Arbeitsplatz-Abbau

Gewerkschaft: "Drohung ist völlig unangemessen“
Verleger drohen mit Arbeitsplatz-Abbau

Mit einem Abbau von Arbeitsplätzen wollen die Arbeitgeber auf die Forderungen im Tarifstreit bei den Tageszeitungen reagieren. Betroffen seien sowohl Redakteure als auch Verlagskaufleute und technisches Personal.

HB BERLIN. Sollten die Gewerkschaften an ihrer „Verweigerungshaltung“ festhalten, bliebe den Verlagen angesichts der wirtschaftlichen Situation der Branche nichts anderes übrig. Mit dem Abbau von Arbeitsplätzen sollen die notwendigen Einsparungen bei den Personalkosten erreicht werden, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag in Berlin. Die Gewerkschaften bezeichneten dies als „völlig unangemessen“.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner bezeichnete die jüngsten Äußerungen des BDZV als nicht hilfreich für die laufenden Verhandlungen. „Das bestätigt unsere Befürchtung, dass die Verleger zu Lasten des Personals Kosten einsparen wollen“, sagte Zörner. Seit Wochenbeginn setzen die Gewerkschaften auf flexible Arbeitskampfmaßnahmen. Die nächste Tarifrunde ist für den 16. Februar in Frankfurt angesetzt. Die sechste Verhandlungsrunde war vergangene Woche ohne Annäherung vertagt worden.

Der BDZV machte noch mal deutlich, dass das Angebot der Verleger über die Bedingungen hinausgehe, wie sie für Verlagskaufleute und technische Mitarbeiter gelten. Statt bisher bis zu 35 Urlaubstagen sollen Redakteure künftig 30 Urlaubstage Tarifurlaub erhalten - bei Zusatzurlaub für über 50-jährige Mitarbeiter. Ferner soll das Urlaubsgeld auf 75 Prozent begrenzt werden, doch seien im Rahmen eines Gesamtabschlusses auch 80 Prozent denkbar, erklärten die Arbeitgeber. Die Gewerkschaften lehnen dieses modifizierte Angebot ab. „Wichtig ist für uns, dass es nicht zu einem einmaligen Dammbruch kommt“, sagte Zörner.

Die Zeitungsredakteure setzten auch am Dienstag ihre Streiks fort. Nach Angaben der Gewerkschaften DJV und DJU nahmen daran rund 800 Redakteure in 33 Zeitungshäusern teil. Die Aktionen fanden wiederum vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. Der BDZV nannte die Zahl nicht realistisch. „Die Hälfte dürfte zu treffen“, sagte Sprecherin Anja Pasquay. In den Zeitungshäusern arbeiten rund 14 000 Redakteure.

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