Gewerkschaft
IG Metall peilt Lohnsteigerungen an

Breite Brust bei der IG-Metall: Die Gewerkschaft verzeichnet erstmals seit 22 Jahren einen Mitgliederzuwachs, die Streikkasse dürfte gut gefüllt sein. Das soll jetzt Folgen haben - in Form von Lohnsteigerungen.
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KarlsruheDie IG Metall will im kommenden Jahr trotz der unsicheren Wirtschaftsentwicklung deutliche Lohnsteigerungen durchsetzen. Zudem kündigte der Vorsitzende Berthold Huber weitere Aktionen zur Gleichstellung von Leiharbeitern an. „Wir bleiben bei unserem Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, sagte er am Montag beim IG-Metall-Kongress in Karlsruhe.

Die nächste Tarifrunde sei im Frühjahr kommenden Jahres. „Dann werden wir auch wieder Einkommenssteigerungen im beträchtlichen Umfang haben“, kündigte Huber im Deutschlandradio Kultur an.

Der schwarz-gelben Regierung warf Huber vor, den Sozialstaat auszuhöhlen. Sie trete der „Verrohung des Arbeitsmarktes“ nicht entgegen, sondern fördere sie noch mit ihrer Verweigerungshaltung, kritisierte er auf dem Kongress. Mit ihrem Nein zu den Forderungen nach gleicher Bezahlung für Leiharbeiter, nach gesetzlichen Mindestlöhnen und dem Zurückdrängen des Niedriglohnsektors setze die Regierung den gesellschaftlichen Frieden aufs Spiel. „Deshalb müssen wir diese ewigen Nein-Sager stoppen.“

Für die Tarifauseinandersetzungen und den politischen Kampf sieht sich die IG Metall gut gerüstet: Erstmals seit 22 Jahren kann sie auf ein Mitgliederplus verweisen. Im September waren es 5600 mehr als im Vorjahr, insgesamt rund 2,27 Millionen.

Hauptkassierer Bertin Eichler rechnet mit Rekordeinnahmen von 457 Millionen Euro. Davon fließen 15 Prozent in die Streikkasse. Wie voll die inzwischen ist, will die Gewerkschaft nicht sagen. „Wir wollen im Arbeitskampf nicht ausrechenbar sein.“

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