Gewerkschaft kündigt weitere Streiks an
Erneut keine Einigung im Tarifstreit der Versicherungsbranche

Die Tarifverhandlungen für die 240 000 Beschäftigten der Versicherungsbranche sind erneut ohne Einigung vertagt worden.

HB HAMBURG. „Wir sind uns in allen Punkten noch uneinig“, sagte Jörg Müller-Stein, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), am Montagabend nach der dritten Verhandlungsrunde. Das nächste Treffen solle am 21. Dezember wieder in Hamburg stattfinden.

Jörg Reinbrecht, Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sagte, das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot sei nicht zu akzeptieren, weil es klar unterhalb der Inflationsrate liege. Bislang hatte der AGV noch keine Offerte unterbreitet.

Verdi zufolge wollten die Arbeitgeber nun in einem ersten Schritt ab Januar 2006 das Gehalt um 0,9 Prozent und in einem zweiten Schritt ab April 2007 um weitere 0,6 Prozent erhöhen, sofern Verdi den Samstag als normalen Arbeitstag billige. Die Gewerkschaft wolle die Ausweitung auf den Samstag aber nicht hinnehmen und habe zuletzt eine Gehaltssteigerung von drei Prozent verlangt, allerdings für einen Tarifvertrag mit einer kürzeren Laufzeit, sagte Reinbrecht. Ursprünglich hatte Verdi 4,5 Prozent gefordert.

Begleitet wurden die Tarifverhandlungen, die mehr als sieben Stunden dauerten, von Protestaktionen. Rund 2000 Beschäftigte der Hamburger Versicherungsunternehmen Volksfürsorge, Deutscher Ring, Signal Iduna, Provinzial, Euler Hermes und Hanse Merkur sowie der Allianz waren einem Warnstreik-Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu einer Kundgebung vor dem Verhandlungshotel gefolgt. In Kiel hatten laut Verdi 400 Menschen an einer Demonstration vor der Provinzial-Versicherung teilgenommen. Der Protestzug war mit Trommeln durch die Innenstadt gezogen. An dem befristeten Warnstreik hatten sich Beschäftigte der Provinzial und der Hamburg- Mannheimer beteiligt.

Schon in den vergangenen Wochen hatten in vielen Städten Versicherungsbeschäftigte die Arbeit niedergelegt. „Wir werden nun wohl verstärkt ganztätige Streiks machen. Details stehen aber noch nicht fest“, kündigte der Verdi-Sprecher an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%