Gewerkschaft kündigt weitere Warnstreiks an
Druck-Tarifpartner vertagen sich

Auch in der 13. Verhandlungsrunde haben die Tarifparteien in der deutschen Druckindustrie keine Einigung erzielt. Die Verhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Bundesverband Druck und Medien wurden am Donnerstagabend in Frankfurt auf den 31. Mai vertagt.

HB FRANKFURT/MAIN. Auch nach den bundesweiten Warnstreiks sei bislang keine Annäherung im Kernstreitpunkt Arbeitszeit erreicht worden, erklärten beide Seiten.

Die Gewerkschaft Verdi will ihre Warnstreiks in der Branche mit 200 000 Beschäftigten fortsetzen. Nach Angaben eines Verdi-Sprechers wird es voraussichtlich bereits in der kommenden Woche weitere Aktionen geben. Die Arbeitgeberseite erklärte, sie sei von den Streiks nicht beeindruckt. Bei den Verhandlungen sei erstmals sachlich über Arbeitszeit gesprochen worden, allerdings kein Fortschritt erzielt worden, sagte eine Sprecherin.

Die Arbeitgeber wollen Öffnungsklauseln durchsetzen, um die Arbeitszeiten teils auch ohne Lohnausgleich besser an die Lage der einzelnen Betriebe anpassen zu können. Die Gewerkschaft lehnt dies ab und fordert 3,7 % mehr Geld. Die Friedenspflicht war am 1. Mai ausgelaufen. Seit diesem Datum sind Warnstreiks möglich. In den vergangenen Tagen hatten sich laut Verdi rund 120 Betriebe mit 10 000 Beschäftigten an den Warnstreiks beteiligt.

Am Donnerstag waren bis zum Nachmittag etwa 60 Betriebe von Warnstreiks betroffen, erklärte Verdi. In Nordrhein-Westfalen befanden sich demnach gegen Mittag rund 500 Beschäftigte aus sechs Firmen im Ausstand. In Bayern beteiligten sich den Angaben zufolge rund 2500 Beschäftigte an Warnstreiks. In Frankfurt und München gingen mehrere 100 Beschäftigte auf die Straße.

Die Lohntarifverhandlungen waren am 16. März in München aufgenommen worden. Bereits seit Ende 2003 verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaft ergebnislos über eine Reform des Manteltarifvertrags. Inzwischen wird über beide Themen zusammen verhandelt.

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