Gewerkschaft nominiert neue Führung
Huber wird IG-Metall-Chef

Die IG Metall hat die Weichen für die Nachfolge von Gewerkschaftschef Jürgen Peters gestellt. Neue Nummer eins der größten Industriegewerkschaft soll ihr bisheriger zweiter Vorsitzender Berthold Huber werden. Als Vize empfahl der Vorstand in Frankfurt den von Huber favorisierten bisherigen Bezirkschef von Nordrhein-Westfalen, Detlef Wetzel.

HB BERLIN. Damit sollen künftig zwei dem Modernisierungslager zugerechnete Gewerkschafter an der Spitze stehen. Die neue Führung wird auf dem Gewerkschaftstag im November in Leipzig gewählt werden. Die Entscheidung gilt als richtungweisend für den Kurs der IG Metall.

Der scheidende Vorsitzende Peters hatte sich 2003 nach einem Kampf um die Nachfolge des damaligen IG-Metall-Chefs Klaus Zwickel durchgesetzt. Huber, der Zwickels Favorit war, bekam zunächst nur den Vizeposten. Eine Verabredung über einen Stabwechsel im Herbst 2007 bewahrte die IG Metall damals vor einer Spaltung.

NRW-Bezirksleiter Wetzel setzte sich am Montag im Vorstand gegen seinen niedersächsischen Amtskollegen Hartmut Meine durch, der wie Peters dem traditionalistischen IG-Metall-Flügel zugerechnet wird. Peters sprach anschließend von einer schwierigen Entscheidungsfindung mit langen Debatten, die aber zu einem guten Ergebnis geführt habe. Huber sei einstimmig nominiert worden, für Wetzel habe es eine "überwältigende Mehrheit" gegeben.

Das neue Personalpaket betrifft weitere Posten. So soll der bisherige Chef der IG-Metall-Strategieabteilung, Peters-Intimus Hans-Jürgen Urban, in den siebenköpfigen geschäftsführenden Vorstand aufrücken. Peters sagte, er gehe davon aus, dass der Gesamtvorschlag einen breiten Konsens darstelle. Wetzel bewertete den Vorschlag als "gut für den Zusammenhalt".

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser würdigte die tarifpolitischen Fortschritte, die Arbeitgeber und IG Metall schon in den vergangenen Jahren "trotz vieler Gegensätze" gemeinsam erzielt hätten. Zugleich nahm er die IG Metall für die Zukunft in die Pflicht: Beide Seiten hätten eine "Mitverantwortung dafür, dass sich die Unternehmen im Wettbewerb behaupten und dabei Arbeitsplätze und Einkommen gesichert werden", sagte er dem Handelsblatt.

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