Gewerkschaft setzt auf Dialog mit Regierung
IG-Metall-Chef sieht kein Lohnkostenproblem

Die IG-Metall beharrt auf dem Erhalt der 35-Stunden-Woche. Gewerkschaftschef Peters verband indirekt sein Schicksal mit der Arbeitszeit-Debatte.

HB BERLIN. IG-Metall-Chef Jürgen Peters hat indirekt sein politisches Schicksal mit dem Erhalt der 35-Stunden-Woche verbunden. Solange er Einfluss in der IG Metall habe, werde es keine generelle Verlängerung der tariflichen Wochenarbeitszeit geben, erst recht keine Urlaubskürzung, sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Er bestritt, dass es in Deutschland ein Lohnkostenproblem gebe. Diese seien in den vergangenen Jahren rückläufig. So sei der Lohnkosten-Anteil in der Metallindustrie von 23 auf 19 Prozent gesunken. «Wir könnten auch gar nicht Exportweltmeister werden, wenn wir ein Lohnkostenproblem hätten, wie Rogowski und Co uns weismachen wollen», zitierte die Zeitung Peters am Samstag.

Der IG-Metall-Chef sagte weiter, interessierte Kreise versuchten den Eindruck zu erwecken, Vereinbarungen über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich seien ein Massenphänomen. Deshalb gelte es jetzt, alle diejenigen abzuwehren, die als Trittbrettfahrer profitieren wollten, betonte Peters. «Herr Rogowski, Ministerpräsident Koch und andere meinen offenbar, dass der Moment günstig ist, die Arbeitszeitbastion zu stürmen. Aber das ist ein gewaltiges Missverständnis.»

Peters setzt zudem weiter auf den Dialog mit der Bundesregierung. Er sagte, aus den in sachlichen Meinungsverschiedenheiten begründeten Spannungen könne man nicht schließen, dass das Tischtuch zwischen Gewerkschaften und SPD zerschnitten sei. «Wir wissen doch ganz genau, dass die Union noch viel tiefer in den Sozialstaat einschneiden würde», sagte Peters weiter und wies damit den Eindruck zurück, die IG Metall arbeite auf einen Regierungswechsel hin.

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