Gewerkschaft will "Luft aus der Arbeitszeitdebatte" nehmen: IG Metall will Initiative ergreifen

Gewerkschaft will "Luft aus der Arbeitszeitdebatte" nehmen
IG Metall will Initiative ergreifen

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie sind die Verhandlungen am Montag in Nordrhein- Westfalen sowie in der Mittelgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland in dritter Runde vertagt worden. Nach Angaben ihres baden- württembergischen Bezirksleiters Jörg Hofmann will die IG Metall diese Woche versuchen, Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt zu bringen. Unterdessen gegen die Warnstreiks im Tarifkonflikt weiter.

HB HAMBURG. Die IG Metall will nach Angaben ihres baden- württembergischen Bezirksleiters Jörg Hofmann diese Woche versuchen, Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt zu bringen. Er rechne bei den bevorstehenden Tarifgesprächen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie nicht mit einem neuen, offiziellen Angebot der Arbeitgeber, sagte Hofmann der „Berliner Zeitung“ (Montag). Aus diesem Grunde werde die IG Metall ihrerseits die Initiative ergreifen und versuchen, „Luft aus der Arbeitszeitdebatte zu bekommen“.

Die Gewerkschaft wolle deutlich machen, dass die Arbeitszeiten in der Praxis bereits heute ausgesprochen flexibel seien, sagte der Bezirkschef. Überdies gebe es zwischen den Tarifparteien konkrete Absprachen aus dem vergangenen Jahr zur Einrichtung von Arbeitszeitkonten. „Darauf kann man jederzeit aufbauen“, sagte Hofmann.

Die Warnstreiks laufen aber weiter: In zwei hessischen Metallbetrieben legten nach Gewerkschaftsangaben am Montagmorgen rund 340 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Hannover traten am Montagmorgen Mitarbeiter des Kabelherstellers Radio Frequency Systems (RFS) in den Ausstand. Im Laufe des Tages seien 400 Mitarbeiter zu der Aktion aufgerufen.

In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sollen am Montag die Gespräche zwischen Arbeitgebern und der IG Metall fortgesetzt werden. Die Gewerkschaft rief allein in Hessen mehrere tausend Beschäftigte zu Warnstreiks auf. Bereits am Sonntagabend hatten rund 350 Beschäftigte der Bosch Fahrzeugelektrik im thüringischen Eisenach die Arbeit für eine Stunde niedergelegt.

Die Tarifverhandlungen für die 3,5 Millionen Metall-Arbeitnehmer gehen an diesem Montag in Nordrhein-Westfalen und der Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) in eine neue Runde. Für den Donnerstag sind Gespräche im traditionellen Pilotbezirk Baden- Württemberg geplant. Die Arbeitgeber bieten eine zweistufige Einkommenserhöhung um je 1,2 Prozent verteilt auf 27 Monate an. Voraussetzung ist die Option auf längere Arbeitszeiten. Die IG Metall lehnt dies strikt ab. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

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