Deutschland
Gewerkschaften denken bei Ausbildungsplatzabgabe um

Kurz vor der heißen Phase im Streit um die drohende Ausbildungsplatzlücke denken die Gewerkschaften um: Die IG Metall, bislang strikte Verfechterin einer Zwangsumlage zur Finanzierung von Ausbildungsplätzen, plädiert nun für „Branchenfonds“.

BERLIN. Der Gesetzgeber müsse allerdings dafür sorgen, dass auch nicht-tarifgebundene Unternehmen in die Fonds einzahlten, heißt es in einem Beschluss des IG-Metall-Vorstandes, der dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die IG BCE seien ähnlicher Meinung, heißt es bei der IG Metall.

Am Donnerstag veröffentlicht die Bundesanstalt für Arbeit die Zahl der fehlenden Lehrstellen zu Beginn des Ausbildungsjahres. Für den Fall, dass die Arbeitgeber die Lücke nicht schließen können, hatte der Bundeskanzler mit einer Abgabe gedroht. Mit ihrem neuen Konzept pariert die Gewerkschaft nun den ausdrücklichen Wunsch des Kanzlers nach tarifvertraglichen Lösungen, den dieser bei einem Gespräch mit den Gewerkschaftsspitzen geäußert hatte.

Betriebe, die nicht ausbilden, sollen nach dem Plan der IG Metall ein Prozent der Brutto-Lohn-Gehaltssumme an den Fonds abführen, den die Tarifpartner verwalten und daraus Lehrstellen bezuschussen. ebenso viel sollen Betriebe zahlen, die zu wenig ausbilden - die Schwelle soll bei Großbetrieben bei einer Ausbildungsquote von vier Prozent liegen, bei 100 bis 500 Mitarbeitern 4,5%, bei 50 bis 100 fünf Prozent und bei Kleinbetrieben bei acht Prozent.

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