Gewerkschaften rufen Urabstimmung aus
Zeitungsbranche drohen Streiks

Der deutschen Zeitungsbranche drohen die ersten Streiks seit Ende der 80er Jahre. Der Deutsche Jorurnalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft Verdi haben am Montag die Tarifverhandlungen für Redakteure für gescheitert erklärt und Urabstimmungen in den Verlagen beschlossen.

HB FRANKFURT AM MAIN/KASSEL. Der DJV sei entschlossen, „den Generalangriff auf die Tarifverträge" abzuwehren, sagte der Bundesvorsitzende Michael Konken nach der Sitzung der Tarifkommission in Kassel. Er sei überzeugt, dass die Journalisten für Streikmaßnahmen stimmen würden. Verdi will bereits in der kommenden Woche ihre Mitglieder in ausgewählten Zeitungshäusern zur Abstimmung aufrufen. Bei einer Zustimmung von mindestens 75 Prozent könnten dann Anfang Februar Streiks beginnen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat noch keinen Termin für die Urabstimmung festgelegt.

Der Verhandlungsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Werner Hundhausen, kritisierte die geplanten Urabstimmungen. „Mit Blick auf die schwierige Lage der Branche fehlt mir jedes Verständnis dafür, wenn Redakteure für die Erhaltung von 35 Tagen Urlaub und fast 14 Monatsgehälter auf die Straße gehen“, sagte er. Auch nach einer Umsetzung der Verlegerforderungen wären Redakteure im Vergleich zur übrigen Tariflandschaft privilegiert.

Die fünfte Verhandlungsrunde war vor einer Woche ohne Ergebnis abgebrochen worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will die Gehälter der rund 14 000 Redakteure bis zum 31. Juli 2005 einfrieren. Außerdem soll das Urlaubsgeld auf 75 Prozent eines Monatsgehalts begrenzt werden. Die Urlaubsdauer soll von derzeit bis zu 35 Tagen auf 30 reduziert werden. Zudem sind längere Arbeitszeiten im Gespräch. Die Gewerkschaften verlangen von den Arbeitgebern, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen und die Einkommen moderat zu erhöhen.

Verdi erklärte sich bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, sobald der BDZV ein „verbessertes und verhandelbares Angebot“ vorlege. In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrfach Warnstreiks bei Zeitungen gegeben, an denen sich nach Gewerkschaftsangaben bundesweit mehr als 2000 Redakteure beteiligten. Der Gehaltstarifvertrag mit Erhöhungen von 2,1 Prozent war Ende Juli 2003 ausgelaufen.

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