Gewerkschafter warnen vor „arbeitszeitpolitischen Geisterfahrern“
SPD und DGB streiten heftig über längere Arbeitszeiten

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Forderungen aus der SPD-Bundestagsfraktion nach längeren Arbeitszeiten entschieden zurückgewiesen.

HB BERLIN.Der SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend sagte am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er sei der Auffassung, dass man das Thema Arbeitszeit „nicht tabuisieren kann, wenn man für Wachstum sorgen will“. Sein Vorstoß knüpfe an der Überlegung an, dass von den kalenderbedingt fünf zusätzlichen Arbeitstagen im nächsten Jahr ein Wachstumsplus von 0,6 Prozent zu erwarten sei.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit des Bundestages wies allerdings die Darstellung zurück, dass sein Vorschlag für längere Arbeitszeiten dazu dienen solle, weitere Kürzungen im Sozialbereich abzuwenden. „Das ist dummes Zeug, da sehe ich keinen Zusammenhang“, sagte er. Er rate nicht zu einer Streichung von Feiertagen, „der einzigen Möglichkeit für den Gesetzgeber“, auf diesem Gebiet etwa zu tun. „Die Tarifparteien müssen atmende Tarifverträge machen, mit deutlichen längeren Arbeitszeiten als 35 Stunden. Teilweise gibt es das schon, und das muss ausgeweitet werden“, sagte Wend.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte der „Saarbrücker Zeitung“, keine andere Nation verfüge über so viel Urlaub und Freizeit wie die Deutschen. „Die Welt geht ja nicht unter, wenn wir eine Stunde in der Woche länger arbeiten.“ Die Streichung eines Feiertages wie etwa des Pfingstmontags müsse gemeinsam mit den Kirchen „ernsthaft und sorgfältig“ geprüft werden.

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