Gewinn steht dem Bundeshaushalt zu
Hintergrund: Wie die Bundesbank Geld verdient

Die Bundesbank legt wie jede andere Bank eine Bilanz vor. Doch damit hört die Gemeinsamkeit mit Geschäftsbanken fast schon auf. Anders als diese hat die Behörde Bundesbank nicht das Ziel der Gewinnmaximierung.

HB FRANKFURT. Auf die Entwicklung ihrer Einnahmen hat die Bundesbank nur begrenzten Einfluss. Hauptertragsquellen sind die staatlichen Gold- und Währungsreserven sowie die Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld.

Die Reserven schlagen sich auf verschiedene Weise in Gewinn oder Verlust nieder: Die Währungsreserven bestehen vor allem aus Dollar und werden größtenteils als verzinsliche US-Wertpapiere gehalten. Ist das Zinsniveau am Kapitalmarkt extrem niedrig wie im vergangenen Jahr, verringert das den Zinsertrag. Die Bundesbank kann allerdings durch einen Verkauf der Wertpapiere Kursgewinne realisieren.

Großen Einfluss auf das Ergebnis hat außerdem der Wert der Gold- und Währungsreserven zum Bilanzstichtag 31. Dezember. Sinkt der Dollar-Kurs, sind die Anlagen in der US-Währung weniger wert. Wertverluste, auch wenn sie nur auf dem Papier stehen, müssen bilanziert werden - es sei denn, sie können mit Bewertungsgewinnen aus früheren Jahren verrechnet werden. Unrealisierte Gewinne dürfen nämlich nicht unmittelbar in die Bilanz einfließen, sondern können nur durch Verrechnen zum Tragen kommen. Kurskapriolen zu Silvester, wie sie im umsatzarmen Devisenhandel zur Jahreswende oft vorkommen, sind Pech für die Bundesbank. Ende Dezember erreichte der Euro seinen Höchststand von 1,36 Dollar, um kurz darauf wieder um vier Cent zu fallen - ein Unterschied, der in der Bundesbank-Bilanz zuletzt rund eine Milliarde Euro ausgemacht haben dürfte. Zur direkten Ertragsquelle werden die Reserven bei Verkauf.

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