Gewinner und Verlierer

Wer beim Weihnachtsgeld das Nachsehen hat

Mit dem November-Gehalt zahlen die Unternehmen in der Regel das Weihnachtsgeld aus. Mehr als jeder zweite Beschäftigte bekommt eine solche Zahlung. Bei der Höhe gibt es teilweise gravierende Unterschiede.
Nicht jeder Beschäftigte in Deutschland bekommt Weihnachtsgeld. Quelle: dpa
Euro-Scheine.

Nicht jeder Beschäftigte in Deutschland bekommt Weihnachtsgeld.

(Foto: dpa)

BerlinRund 54 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird und an der sich rund 8.800 Beschäftigte beteiligt haben.

Die Analyse der Befragungsdaten, die im Zeitraum von Juli 2014 bis September 2015 erhoben wurde, zeigt zugleich, dass die Chancen ein Weihnachtsgeld zu erhalten, ungleich verteilt sind. Das hängt vor allem davon ab, ob nach Tarifvertrag bezahlt wird oder nicht: Unter den Beschäftigten, in deren Betrieb ein Tarifvertrag gilt, erhalten demnach 72 Prozent ein Weihnachtsgeld. Ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, können sich nur 42 Prozent über die Sonderzahlung freuen.

Bei genauerem Hinsehen werden die Unterschiede offenbar:

West/Ost: In Westdeutschland bekommen 56 Prozent, in Ostdeutschland 40 Prozent der Beschäftigten ein Weihnachtsgeld.

Männer/Frauen: Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld als Männer. Bei den Frauen sind es 50 Prozent, bei den Männern dagegen 56 Prozent.

Unbefristet/Befristet Beschäftigte: Beschäftigte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu 55 Prozent ein Weihnachtsgeld, befristet Beschäftigte nur zu 45 Prozent.

Leiharbeit: Beschäftigte in Leiharbeit erhalten zu 49 Prozent ein Weihnachtsgeld.

Gewerkschaftsmitglieder: Mitglieder einer Gewerkschaft sind im Vorteil: 66 Prozent von ihnen erhalten Weihnachtsgeld, Nichtmitglieder dagegen nur zu 51 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Das geht aus einer Auswertung des WSI-Tarifarchivs hervor. Es wird demnach überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet.

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