«Gewinnmaximierung und öffentlicher Auftrag gehen nicht zusammen»
Sparkassen-Präsident ruft bei Deutscher Börse nach der Politik

HB BERLIN. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Dietrich Hoppenstedt, hat die Politik aufgefordert, den «öffentlichen Auftrag» der Frankfurter Börse zu sichern. «Wenn Maßnahmen ergriffen werden, die den Börsenplatz Frankfurt beschädigen oder die Arbeit der Frankfurter Wertpapierbörse beeinträchtigen, muss die Börsenaufsicht eingreifen – nicht um die Börse zu retten, sondern um den öffentlichen Auftrag zu sichern», sagte Hoppenstedt der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ).

Der Sparkassenpräsident kritisierte, dass der öffentliche Auftrag, eine Börse zu betreiben, inzwischen «faktisch in den Händen von Hedgefonds» liege. Diese seien «ausgesprochene Gewinnmaximierer». Ihre Renditevorstellungen von mindestens 15 Prozent im Jahr könnten sie im derzeit renditearmen Marktumfeld aber nur mit besonderen Maßnahmen realisieren.

Es bestehe die Gefahr, dass dies nur durch den Verkauf einzelner Unternehmensteile möglich sei, warnte Hoppenstedt. Dann sei fraglich, ob die Börse noch ihren öffentlichen Auftrag ausüben könne. «Gewinnmaximierung und öffentlicher Auftrag gehen nicht zusammen.»

Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, war am Montag auf Druck angelsächsischer Hedgefonds zurückgetreten, nachdem die Hedgefonds das Ansinnen Seiferts, die Londoner Börse LSE zu übernehmen, mit scharfer Kritik abgelehnt hatten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Breuer kündigte seinen Rückzug zum Jahresende an.

Britische Investoren halten bedeutende Anteile an der Frankfurter Börse. Der bekannteste ist der Children's Investment Fund (TCI). Hoppenstedt sagte der «FAZ», er habe es immer für einen Fehler gehalten, dass die deutschen Banken ihre Deutsche-Börse-Aktien verkauft hätten. «Der öffentliche Auftrag funktioniert nicht mit Investoren, die weitab vom Finanzplatz Frankfurt beheimatet sind.»

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