GfK-Index
Deutsche in bester Kauflaune

Der Indikator für die Verbraucherstimmung habe mit 9,4 Punkten den höchsten Stand seit November 2001 erreicht, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Dienstag in Nürnberg mit. Der Grund dafür, sei nicht die steigende Mehrwertsteuer, sagt ein Experte.

HB NÜRNBERG. Die Verbraucherstimmung der Deutschen ist kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Der monatlich von der Gesellschaft für Konsumforschung ermittelte Konsumklimaindikator erreichte für Dezember einen Wert von 9,4 nach revidiert 9,3 Punkten im Vormonat, wie die Nürnberger Marktforscher am Dienstag mitteilten. Das ist das höchste Niveau seit November 2001.

Dahinter stehe erneut das rationale Kalkül der Verbraucher, erwartete Preiserhöhungen wegen der ab Januar steigenden Mehrwertsteuer zu umgehen und Anschaffungen deshalb vorziehen. Die Einzelhändler können dem GfK zufolge angesichts des guten Konsumklimas mit einem prächtigen Weihnachtsgeschäft rechnen. „Es ist davon auszugehen, dass sich der private Konsum in den letzten Wochen dieses Jahres noch sehr positiv entwickeln wird“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Die Kaufbereitschaft erreichte fast wieder den erst im Vormonat aufgestellten Rekordwert. Zugleich nahm die Sparneigung der Verbraucher ab. Auch Analysten erwarten, dass die Kassen des lange von der Kaufzurückhaltung der Deutschen gebeutelten Einzelhandels kräftig klingeln werden. „Das Weihnachtsgeschäft wird wohl ein dickes Plus bringen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. In der Adventszeit macht der Einzelhandel traditionell einen Großteil seines Jahresumsatzes.

Einzelhandel kann auf gutes Weihnachtsgeschäft hoffen

„Wer seine Weihnachtseinkäufe noch nicht erledigt hat, wird in den nächsten Wochen volle Geschäfte erleben“, betonte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. Die Deutschen seien zwar nicht im Kaufrausch, aber in bester Kauflaune. Dahinter stecke nicht nur die Überlegung, mit vorgezogenen Käufen die ab Januar auf 19 von 16 Prozent steigende Mehrwertsteuer zu umgehen. „Wegen der drei Prozentpunkte wird sich niemand einen Kühlschrank kaufen, wenn er ihn gar nicht braucht.“ Vielmehr stütze die starke Konjunktur den Konsum, da wieder mehr Menschen in Lohn und Brot stünden und deshalb stärker konsumierten.

Wegen des erwarteten kräftigen Endspurts im Einzelhandel hoben die GfK-Forscher ihre Prognose für das Wachstum des privaten Konsums in diesem Jahr auf ein Prozent von 0,7 Prozent an. Diese Wachstumsrate werde sich im nächsten Jahr etwa halbieren. Im Sommerquartal hatten die privaten Konsumausgaben auch wegen Vorzieheffekten um kräftige 0,7 Prozent zugelegt und damit das Wirtschaftswachstum gestützt. Analysten hatten ebenfalls mit einem leichten Anstieg des Konsumklimaindikators gerechnet. Die Anschaffungsneigung sank um einen halben Punkt auf 63,9 Zähler. Die Einkommenserwartungen gingen ebenfalls zurück. Darin spiegelten sich die bevorstehenden Preis-, Steuer- und Abgabenerhöhungen wider, sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. Die Konjunkturerwartungen legten dagegen zu.

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