GfK-Konsumklima
Verbraucher sorgen sich um ihre Kaufkraft

Die Angst um ihre Finanzen lässt die Deutschen nicht los. Vor allem die steigenden Preise und die höhere Arbeitslosigkeit beunruhigen die Konsumenten. Das GfK-Barometer für das Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau.
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BerlinDie Verbraucher sorgen sich wegen steigender Preise und höherer Arbeitslosigkeit um ihre Finanzen. Sie schätzten ihre Einkommensaussichten im September so schlecht ein wie seit über zwei Jahren nicht mehr, wie die am Dienstag vorgelegte Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2000 Deutschen ergab. „Die Verbraucher fürchten um ihre Kaufkraft“, sagte GfK-Expere Rolf Bürkl. Das für Oktober berechnete Barometer für das Konsumklima verharrte deshalb bei 5,9 Punkten, obwohl die Rezessionsangst abgenommen hat und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen stabil geblieben ist.

„Die Verunsicherung der Verbraucher im Hinblick auf ihre finanziellen Möglichkeiten hat in den vergangenen Wochen zugenommen“, sagte Bürkl. „Ursache dafür ist zum einen die leicht gestiegene Arbeitslosigkeit.“ Im August war die Arbeitslosenzahl überraschend deutlich um 29.000 gestiegen.

Seither haben große Unternehmen wie die Deutsche Bank einen Stellenabbau angekündigt oder wie im Fall Opel Kurzarbeit für Tausende Beschäftigte veranlasst. „Hinzu kommen die erneuten Rekordstände bei den Benzinpreisen“, sagte Bürkl. Das trieb die Teuerungsrate im August auf 2,1 Prozent nach oben. Sie liegt damit wieder über der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht.

Dass die Bereitschaft zu größeren Einkäufen trotzdem unverändert geblieben ist, liegt an der geringen Sparneigung. „Die Verbraucher tendieren nach wie vor dazu, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen - wie beispielsweise Immobilien - zu investieren als diese auf der Bank zu deponieren“, sagte Bürkl. Dort gibt es derzeit nur Mini-Zinsen.

Die Konjunkturaussichten schätzten die Verbraucher nach zuvor drei Rückgängen in Folge wieder etwas weniger skeptisch ein. „Ob dieser positive Trend anhält, lässt sich derzeit jedoch nicht genau abschätzen“, sagte Bürkl. Es zeichne sich ein langsameres Wirtschaftswachstum ab.

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  • @ Republikaner,
    ich möchte ihnen nicht widersprechen, aber damit wären (die meisten) Parteien im Bundestag wegen Volksverhetzung zu verbieten.

  • Die Preisrunde der Ölmultis in den letzten Wochen ist das Eine. Aber die Multis langen bei den Ölpreisschwankungen meistens hin. Wenn der Preis fällt, fällt er nie mehr auf das alte Niveau.
    Ich tanke nur noch bei den Freien und nach Preisvergleich.
    Die Bäcker erhöhen die Preise wegen der gestiegenen Rohstoffpreise. - Werden bei besseren Ernten im nächsten Jahr die Preise wieder fallen? Die Großbäckereien werden behaupten, wir haben Lohnsteigerungen von 5,9% und 2013 von 4% zu verkraften. Dass in den letzten 8 Jahren ohne Lohnerhöhungen rationalisiert wurde und keiner selbst bäckt wird nicht gesagt. Preisunterscheide gibt es auch, im Betrieb zahle ich (gleicher Bäcker) 1 Euro für ein süßes Stückchen. Am Tresen der Bäckerei 1,30 oder gar 1,50€. Da muss doch noch Gewinn sein.
    Beim Bäcker kaufe ich nur noch Brot und schmiere es mir wieder selbst.
    Lieben Ärzte - Eure „Kassenärztliche Vereinigung -, mit Verlaub, ich zahle meine Gewerkschaft selbst. Über meinen Krankenkassenbeitrag zahle ich diesen Verein, damit er Leistungen abrechnet. Abschaffen und den Ärzten, den eingesparten Betrag zu Gunsten Ihrer Honorare verrechnen.
    Den Aufwand den mein Hausarzt betreiben muss, sehe ich. Aber, dass der Verband die Milliarden der Krankenkassen sieht und kassieren will, sehe ich nicht ein!
    Ich erwarte das Politik und Krankenkassen gegen die überzogenen Verbandswünsche dagegenhalten.
    Jetzt erwarte ich von Allen anderen Mitgliedern unsere Gesellschaft den Zusammenhalt und keine Preistreiberei, weil sich die Gewinne auf der Bank nicht mehr verdoppeln. Den Ölmultis, Bäckern und Ärzten sage ich, wenn Ihr Eure Preise so erhöht, wie wir im Durchschnitt (Leiharbeiter, Verkäuferin, Bäcker, Ingenieure) in diesem Jahr als Arbeitnehmer erhalten haben, dann kann ich damit leben und auch weiter konsumieren.
    Aber wenn dem nicht so ist, dann sage ich allen Konsumenten, prüft Eure Einkäufe und kauft ganz gezielt, dann kann eine Preistreiberei sich nur schwer durchsetzen.

  • ...kein einziger mir bekannter Politiker schert sich um die Kaufkraft. Deswegen geht im nächsten Wahlkampf nicht um mehr Kindertagestätten sondern um:
    1. Austritt GR oder alternativ Austritt D aus diesem Irrenhaus
    2. Verschleuderung der Steuerzahlergelder in Richtung Europa
    3. Altersarmut
    4. Bewußte Verschlechterung des Geldwertes
    5. Hemmungslose Verschuldung Deutschlands
    6. Völlige Verantwortungslosigkeit der herrschenden Parteien
    7. Ständiges Täuschen und Belügen der Wähler
    8. keine Steuererhöhungen für diesen Mist-Euro!

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