Gipfel in Kopenhagen

Gegenwind für die Klima-Entscheider

Schutz von Arbeitsplätzen vor Schutz des Klimas – so lassen sich die Aussagen zusammenfassen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview getätigt hat. Sie lehnt weitere Vorschussleistungen Deutschlands ab und zieht damit den Unmut von Umweltorganisationen und Demonstranten auf sich. Auf der Großkundgebung klingen ernste Töne an.
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Die Kanzlerin als Marionette: Die Demonstranten zeigen, was sie von Angela Merkels Aussagen halten. Quelle: dpa

Die Kanzlerin als Marionette: Die Demonstranten zeigen, was sie von Angela Merkels Aussagen halten.

(Foto: dpa)

HB KOPENHAGEN/BERLIN. Zur Halbzeit der internationalen Klimakonferenz haben am Samstag in Kopenhagen und anderen Städten der Welt Zehntausende für ein weitreichendes Abkommen zum Klimaschutz demonstriert. „Genug über das Klima geredet - jetzt müssen Taten folgen!“ forderten Klimaschützer weltweit. Zugleich müsse es schnelle Hilfe für arme Länder geben, damit diese ihren Beitrag zum Kampf gegen die Erderwärmung auch bezahlen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einem Interview: „In Kopenhagen geht es um globale Verantwortung. Hier kann sich kein Land aus der Pflicht stehlen.“

Die dänische Polizei ging am frühen Abend massiv und „vorbeugend“ gegen mutmaßliche Randalierer vor. Nach Medienangaben wurden etwa 400 Personen festgenommen. Die Festnahmen seien vorbeugend erfolgt, weil die Polizei kriminelle Absichten während des Marsches zum Tagungsort der UN-Klimakonferenz vermutet habe. Wie der Fernsehsender DR meldete, wurde ein Polizist durch einen Pflasterstein am Kopf verletzt. Die Verletzungen seien „nicht lebensgefährlich“. Nach den Medienangaben kam es in der Nähe des „Freistaates Christiania“ zu tätlichen Auseinandersetzungen.

Die Veranstalter sprachen von bis zu 100 000 Teilnehmern, die Polizei zum Auftakt der Großkundgebung dagegen nur von 10 000. Nach drastischen gesetzlichen Verschärfungen zum Demonstrationsrecht wegen des Klimagipfels kann die Polizei in Dänemark Personen auf bloßen Verdacht krimineller Handlungen für zwölf Stunden in Haft nehmen. Für die Demonstrationen zum Klimagipfel waren eigens vergitterte Massen- Arrestzellen in einer alten Lagerhalle eingerichtet worden.

Bis zum Ende der Woche werden rund 115 Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen erwartet. Merkel wird nach derzeitigem Programm am Donnerstag vor dem Gipfelplenum reden. Sie erhofft sich durch die weltweite Einführung neuen Umwelttechnologien auch zusätzliches Wachstum für Deutschland. Man dürfe allerdings „nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit voran gehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument, weniger Kosten für den Klimaschutz“, sagte sie der „Bild am Sonntag“.

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10 Kommentare zu "Gipfel in Kopenhagen: Gegenwind für die Klima-Entscheider"

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  • @ Peter Scholz (9)

    „Das Eis liegt auf dem Festland.“

    Seit wann befindet sich unter dem Nordpol Festland?

  • Nicht auf andere schimpfen! Auch unsere industrie ging den Weg über Umweltverschmutzung. Aber: Führend in allen Zukunftstechnologien sind die USA. Sie arbeiten am -magnetic levitation car- und das wird das Auto der Zukunft sein: individuell, sicher, sehr schnell und CO²frei.
    bei uns interessieren sich dafür nur wenige FDP-Leute; bei der CDU niemand.
    Mit dieser Technologie entstehen reichlich Arbeitsplätze und Steuermoneten, und so können Steuern gesenkt werden.
    @ yahel: Das Eis liegt auf dem Festland.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Keine Sorge, unser aller Schöpfergott wird nicht zulassen, dass sein Werk zerstört wird und noch rechtzeitig eingreifen.Der Zeitpunkt steht schon fest.
    Die apokalyptischen Pferde befinden sich auf der Zielgeraden. Wer denn sonst kann es noch richten ?
    Notabene:
    Schon gewußt ? Die Evolutionstheorie liegt auf dem
    Sterbebett. Leider haben zuviele diesen betrug noch
    nicht realisiert.

  • @ 3 weiße Tauben **** aufs Dach (4)

    „.....falls tatsächlich der Nordpoleis schmilzt.“

    Kleiner physikalischer Versuch: ein Glas zur Hälfte mit Wasser füllen und 3 Eiswürfel hineingeben, Wasserstand am Glas markieren. Nachdem die Eiswürfel geschmolzen sind, Wasserstand erneut prüfen und Ergebnis merken.

  • Wir haben es mit dem klassischen Tandem-Problem zu tun. Ein langfristiges Vorwärtskommen ist nur dann möglich, wenn Alle beteiligten gleichermaßen engagiert und ausdauernd in die Pedale treten. Dies erreicht man jedoch nicht in dem man seinen Mitfahrern signalisiert daß man selbst auch dann noch strampelt, wenn die Anderen das Tandem als Rickscha missbrauchen sollten.
    Frau Merkel macht das vollkommen richtig - und Greenpeace läßt Lebenserfahrung vermissen.

  • ich finde, dass die Merkel hier absolut Recht hat.
    Es darf nämlich nicht sein, dass wir hier uns den ....
    aufreisen und Staaten wie die USA und China die Umwelt noch mehr verpesten.

    Ausserdem würde eine globale Klimakatastrophe Deutschland bei weitem nicht so schwer treffen wie die USA. Das Problem der USA ist, dass bei denen ein Grossteil der bevölkerung nicht hoch genug über dem Meeresspiegel lebt, falls tatsächlich der Nordpoleis schmilzt.

    Und eigentlich müsste man sich bei Amis bedanken!
    Dass dieser Verein sich eines Tages selbst begraben wird: wer hätte denn das jemals für möglich gehalten.

    Nikita Chruschtschow hat in der Generalversammlung der UNO-Vollversammlung im September 1960 fast einen Tisch kaputtgeschlagen. Mit der Drohung, er
    werde die USA begraben.

    Nun, 50 Jahre später, scheinen die Amis einen freiweilligen Abgang zu machen.

    irgendwie zu schön um wahr zu sein.

  • Wieso ist für das Handelsblatt so wichtig, was „Greenpeace“ zur Politik der bundeskanzlerin meint? Greenpeace ist ein aus Marketinggründen auf Krawall spezialisierter Club, der „Wissenschaft“ weder nach wissenschaftlichen Grundsätzen führt (sondern klar einseitig ergebnisorientiert ist) und der von niemandem legitimiert ist für uns alle zu sprechen. Für seine Fans kann er das natürlich. Für mich sind Meinungen wie etwa die, die aus dem Max-Planck-institut kommen, zigmal wichtiger und interessanter. Aber vielleicht sind seriöse Einrichtungen für einige Medien nicht spektakulär genug…

  • ich halte es wirklich fuer ein Problem, dass sich in der 3. Welt eine Anspruchsmentalitaet heraus(ge)bildet (hat), wonach die industriestaaten die investitionen in die infrastruktur zahlen /vornehmen (lassen) und darueber hinaus die internationale Hilfe als budgethilfe unbemerkt bleibt und in den allgemeinen Staatskonsum des jeweiligen Landes fliesst. Ansonsten finde ich die Presse-Erklaerung von Frau M. zum Einschlafen!

  • Wie so viele engagierte Organisationen macht es sich auch Greenpeace einfach. Doch die Zeiten sind vorbei, in denen ein nahezu sorgloser Wohlstand die bürger vergessen ließ, wie komplex die nationale und erst Recht die globale Gesellschaft ist.
    Wohlklingende und theoretisch selbstverständliche Forderungen sind leider nicht die praktisch umsetzbare Realität. Wer das verkennt, ignorant gegenüber den vielfältigen Versagensgründen agiert, handelt letztlich grob fahrlässig.
    Es wird Zeit, dass sich das die vielen Organisationen, die es ja gut meinen, durchaus die richtigen Ziele verfolgen, klar machen.
    Und damit die Diffamierung aufhört, nur weil die Realpolitik an den Realitäten scheitert bzw. nur in kleinen Schritten vorankommt. Diese Schritte fallen umso kleiner aus, je geringer der wirtschaftliche Handlungsspielraum der einzelnen bürger wird. Ein zu schnelles Vorgehen kann deshalb gegenteilig wirken, weil die bürger, die Gesellschaft sich wirtschaftlich nicht so schnell anpassen kann.
    Wer diesen gesellschaftlichen Erkenntnisgewinn, dieses Mehr an Verantwortung nicht ertragen kann oder verneint, wird zukünftig deutlich an Einfluss verlieren und damit seiner Sache eher Schaden zufügen, denn Zukunft gestalten

  • die frau merkel hat absolut recht !!! wir können nicht alle kraftwerke abschalten, alle autos stillegen und die industrie zum abwandern auffordern, nur weil es für die umwelt gut ist . wir sterben eher an der kälte und am hunger , als an der klimaerwärmung !!!greenpace ist ein verantwortungsloser verein, der nicht objektiv urteilen kann.

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