Gleichberechtigung
Ab Mai gilt die Frauenquote in Großunternehmen

Frauenministerin Schwesig erwartet großen Widerstand gegen das Entgeltgleichheitsgesetz - ihr nächstes Projekt im Kampf um Gleichberechtigung. Einen ersten Erfolg verbuchte sie mit der Frauenquote in Führungspositionen.
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BerlinBundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) rechnet auch in den Verhandlungen über das Entgeltgleichheitsgesetz mit kräftigem Gegenwind. Auf die Frage, ob sie bei diesem Gesetzesvorhaben vom Koalitionspartner ähnlich großen Widerstand wie zuvor bei der Frauenquote erwarte, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

"Den Widerständen sehe ich gelassen entgegen. Aber politisch wird das sicher kein Spaziergang werden." Sie sei jedoch zuversichtlich, "dass wir mit der Union ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit hinbekommen", sagte Schwesig. Das Gesetz soll dafür sorgen, dass Frauen und Männer künftig gleiches Geld für gleiche Arbeit erhalten.

Das Gesetz zur Frauenquote in Führungspositionen, das an diesem Freitag in Kraft tritt, bezeichnete Schwesig als "Meilenstein für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern". Und: "Die Widerstände gegen dieses Gesetz haben die Widerstände sichtbar gemacht, die jede Frau im Arbeitsalltag überwinden muss." Für Frauenrechte müsse auch heute noch gekämpft werden.

Die Frauenquote hatte Ende März nach jahrzehntelanger Diskussion die letzte parlamentarische Hürde genommen. Das Gesetz, das Schwesig gemeinsam mit ihrem Parteikollegen, Bundesjustizminister Heiko Maas, auf den Weg gebracht hatte, verpflichtet etwa 100 Großunternehmen, ihre Aufsichtsräte zu mindestens 30 Prozent weiblich zu besetzen.

Etwa 3500 weitere Unternehmen müssen sich selbst Zielvorgaben für eine Steigerung des Frauenanteils in Vorstand, Aufsichtsrat und den obersten Managementebenen setzen. Ende 2014 lag der Frauen-Anteil in den Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen bei 18,4 Prozent. In den Vorständen waren es nur 5,4 Prozent.

Schwesigs Ministerium bereitet derzeit einen Referentenentwurf für ein Entgeltgleichheitsgesetz vor. Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdienten Frauen im Jahr 2014 durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer.

Um mehr Lohngerechtigkeit zu schaffen, sollen Unternehmen verpflichtet werden, offenzulegen, wie viel ihre Mitarbeiter auf einer bestimmten Hierarchieebene durchschnittlich verdienen. Denn Frauen können nur dann mehr Gehalt einfordern, wenn sie überhaupt wissen, dass ihre männlichen Kollegen im Schnitt mehr verdienen.

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  • "Ab Mai gilt die Frauenquote..."
    Klasse Sache! Wann wird die Quote für Handwerksbetriebe und IT durchgesetzt?
    Oder reicht die erzwingte Position in einer gut bezahlten Führungsebene schon aus? Da bin ich aber enttäuscht.
    Ist das nicht Diskiminierung vom Mann? Wenn ich als Mann besser geeignet bin für den Job, diesen aber aufgrund meines Geschlechts nicht bekomme, kann ich dann vor Gericht dagegen klagen? Mehr Rechte für die Männer!

  • Ein wesentlicher Grund für niedrigere Gehälter für Frauen ist, dass sich Männer ausschliesslich über ihren beruflichen Erfolg profilieren können, während Frauen auch durch ein attraktives Aeusseres und eine gute Heirat ihren Status verbessern können.

    So sind die Männer in den deutschsprachigen Ländern häufig mehr im Beruf engagiert, sind bereit umzuziehen, oder ungünstige Arbeitsverhältnisse zu akzeptieren.

  • Wenn sich jemand dafür interessiert was seine Kollegen verdienen und womit man selbst noch so rechnen kann, dann genügt ein Blick in die Staffelung des Tarifvertrages. Das ist gesetzlich bereits alles geregelt. Ist der Betrieb zu klein macht der Vorschlag keinen Sinn. Ist ab mittlerer Betriebsgröße kein gewerkschaftlich ausgehandelter Tarif vorhanden sind die Arbeitnehmer dran schuld. Die Arbeitgeber werden mehr Probleme damit haben die tatsächlichen Durchschnittsgehälter offenzulegen als die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau zu begründen und daher Widerstand leisten. Außerdem macht es keinen Sinn Durchschnittsgehälter offen zu legen, da die Staffelung in den Tarifen mit Qualifikationen und Leistungen begründet wird, die Durchschnitte sind also nichtssagend und sorgen nur für Unruhe.
    Und jeden der dieses törichte Vorhaben ablehnt mit dem künstlich konstruierten Frauenhasser gleichzusetzen, der aus reinem Sexismus Lohndiskriminierung betreibt, ist ein erbärmliches rabulistisches Mittel welches das krankhafte Weltbild dieser Feministen offenlegt. Statt eine gesellschaftliche Alimentierung gesetzlich einzufordern, sollte man lieber erstmal seriöse Studien anstoßen, die den Grund für diese Lohnunterschiede offen legt. Bisher gibt es da nämlich sehr unangenehme Erkenntnisse, welche u.a. die psychologische Beschaffenheit der Frau als einen wesentlichen Faktor interpretieren.
    Wenn man das Übel an der Wurzel packt und offen über die Gründe spricht (denn die liegen gewiss nicht einfach nur in einer systematischen Unterwerfung der Frau), dann kann man auch geeignete und zielgerichtet Mittel ergreifen. Aber das will Madame sicherlich nicht, weil es für die eigene politische Karriere förderlicher ist unsachliche Forderungen aufzustellen und dann unkonstruktive Streitgespräche loszutreten.

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