2 Bewertungen *****
29.06.2008 
Neue Verzögerungen

Glos bremst Scholz bei Mindestlohn

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) muss sich bei der Vorbereitung eines Kabinettsbeschlusses über seine geplanten Mindestlohn-Gesetze auf neue Verzögerungen einstellen. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) eine Fristverlängerung für die regierungsinterne Stellungnahme seines Hauses zu den Gesetzentwürfen beantragt.

Die Mindestlohndebatte sorgt weiterhin für Spannungen in der Koalition. Foto: dpaLupe

Die Mindestlohndebatte sorgt weiterhin für Spannungen in der Koalition. Foto: dpa

BERLIN. Damit verlängert sich die Ressortabstimmung über die Gesetzentwürfe um bis zu vier Wochen. "Qualität geht vor Schnelligkeit", hieß es dazu aus dem Wirtschaftsministerium.

Scholz hatte gehofft, dass das Bundeskabinett seine Entwürfe bereits am 16. Juli beschließen und damit grünes Licht für ein Gesetzgebungsverfahren geben könne. Dieser Termin dürfe nun nicht mehr erreichbar sein. Das Wirtschaftsministerium gab sich zwar zuversichtlich, die Vier-Wochen-Frist nicht voll ausschöpfen zu müssen. Es bestehe aber weiter erheblicher Klärungsbedarf hinsichtlich des Verhältnisses von Mindestlohn und Tarifvertag. Glos will verhindern, dass per Rechtsverordnung fixierte Mindestlöhne anderweitige Tarifverträge in einer Branche verdrängen können.

Scholz hatte am 16. Juni eine mit dem Kanzleramt abgestimmte Neufassung seiner Entwürfe für das Entsendegesetz und das Mindestarbeitsbedingungengesetz an die anderen Ressorts verschickt. Beide Gesetze sollen die Grundlage für eine Ausweitung branchenbezogener Mindestlöhne in Deutschland legen. Eine erste Fassung der Gesetzentwürfe hatte Scholz bereits im Januar fertig gestellt. Schon damals hatte das Wirtschaftsministerium Fristverlängerung beantragt. Anschließend setzte die Union erhebliche Änderungen an den Entwürfen durch.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Finanzkrise: Nationale No...

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen. In der Europäischen Union wird derzeit jedoch vor allem an nationalen Lösungen gebastelt. Wer tut was?Bildergalerie 

  • Hart umkämpfte Wahlkreise...

    Hart umkämpfte Wahlkreise für die SPD

    Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2009 etliche Direktmandate verlieren. Betroffen davon sind vor allem Wirtschaftspolitiker und Konservative der Bundestagsfraktion. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Lüthke Politikberatung für das Handelsblatt.Bildergalerie 

  • Becksteins mögliche Erben...

    Becksteins mögliche Erben in Bayern

    Nach dem Wahl-Debakel und nur zwölf Monaten Amtszeit gibt sich Ministerpräsident Günther Beckstein geschlagen. Die Parteikollegen trauerten nicht lang. Bereits am Dienstagnachmittag stellten sich drei Amtsanwärter zur Verfügung. Und mit Horst Seehofer hält sich auch ei...Bildergalerie 

  • Das politische Stehaufmän...

    Das politische Stehaufmännchen

    Im vergangenen Jahr war Horst Seehofer noch Erwin Huber bei der Wahl zum Parteivorsitzenden unterlegen, nun scheint der designierte neue Parteichef endlich am Ziel. Er wolle die CSU „in ihrem Mythos, in ihrer Einmaligkeit, in ihrer Erfolgsgeschichte“ der vergangenen fü...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Merkel & Co überhöhen den Staat  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Thomas Hanke

Merkel verkalkuliert sich: Sie spekuliert auf das Vertrauen der Bürger in den Staat, füllt dessen Aufgaben aber nicht überzeugend aus. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Wo steht der Feind?  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Andreas Rinke

Durch Verhandlungen mit den Taliban könnte den westlichen Soldaten der Feind abhanden kommen. Eine Klärung ist erforderlich. Kommentar