Die deutschen Unionsabgeordneten im Europäischen Parlament kündigten massiven Widerstand an. Das Parlament, das mit den EU-Mitgliedsländern über den Gesetzentwurf zu entscheiden hat, werde Korrekturen vornehmen, erklärte Werner Langen (CDU).
Das Gesetz soll dazu beitragen, die ehrgeizigen Ziele der EU zum Klimaschutz zu erreichen. Unter deutscher EU-Präsidentschaft beschlossen die 27 EU-Länder im März, die für die gefährliche Erderwärmung verantwortlichen CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Autokonzerne sollen allein durch verbesserte Fahrzeugtechnik einen Rückgang der Emissionen auf 130 Gramm erreichen. Weitere zehn Gramm sollen durch Maßnahmen wie sparsamere Klimaanlagen oder verbesserte Reifen erreicht werden. Der Grenzwert gilt nicht für jedes einzelne Auto, sondern muss im Durchschnitt der gesamten Fahrzeugflotte eines Herstellers erreicht werden.
Um die Industrie zur Einhaltung der Grenzwerte zu bringen, werden Überschreitungen mit empfindlichen Geldbußen bestraft. Diese beginnen 2012 mit 20 Euro je Gramm CO2 über dem Grenzwert und steigen bis zum Jahr 2015 auf 95 Euro. Auf die Autofirmen könnten Milliardenkosten zukommen.
Für den Verbraucher ist der Ausgang noch schwer abzusehen. Die EU-Kommission selbst errechnet für ihre Vorschläge nach heutigem Stand eine durchschnittliche Verteuerung von 1.300 Euro pro Neuwagen. Dem soll eine Spritersparnis von 2.700 Euro über die Lebensdauer des Fahrzeugs gegenüberstehen. Der Kunde müsste also für die umweltfreundliche Entwicklung auf jeden Fall erst einmal draufzahlen und dann hoffen, dass der Anstieg der Spritpreise den Minderverbrauch nicht übertrifft. Die andere Frage ist, ob die Hersteller höhere Preise in einem international umkämpften Markt überhaupt durchsetzen könnten.

