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11.08.2008 
Plädoyer für Kernkraft

Glos warnt vor Engpass bei Stromversorgung

Wirtschaftsminister Michael Glos hat den Widerstand vieler Bürger gegen den Neubau von Kohlekraftwerken als unverantwortlich gerügt. Komme es deshalb zu Verzögerungen bei Planung und Bau, sei auf lange Sicht die Stromversorgung gefährdet, warnte der CSU-Politiker am Montag in Berlin.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verlangt, die Laufzeiten der hiesigen Atomkraftwerke zu verlängern. Foto: dpaLupe

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verlangt, die Laufzeiten der hiesigen Atomkraftwerke zu verlängern. Foto: dpa

HB BERLIN. Zur Begründung dieser Einschätzung verwies Glos auf einen neuen Monitoring-Bericht im Auftrag der Bundesregierung. Das Ministerium ist verpflichtet, alle zwei Jahre einen solchen Bericht zur Versorgungssicherheit im Bereich der Elektrizität zu veröffentlichen.

Der CSU-Politiker verlangte zudem erneut, die Laufzeiten der hiesigen Atomkraftwerke zu verlängern. Dies würde nach seiner Darstellung Versorgungsengpässe beim Strom bis zum Jahr 2020 praktisch ausschließen. Zudem würden die Strompreise gedämpft, weil alte konventionelle Kraftwerke vom Netz gehen könnten.

Glos sagte: „Ich plädiere mit Nachdruck dafür, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir uns den Luxus eines vorzeitigen Kernkraftausstiegs leisten können.“ Deutschland riskiere Probleme bei der Versorgungssicherheit, setze die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie wegen hoher Strompreise aufs Spiel und erschwere unnötig Bemühungen beim Klimaschutz.

Monitoring-Bericht zur Versorgungssicherheit

„Alle rationalen Gründe sprechen für eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten“, lautete das Fazit des Ministers und Abgeordneten aus Franken, in dessen Wahlkreis in der Region Schweinfurt-Kitzingen das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld liegt.

In dem neuen, nach dem Energiewirtschaftsgesetz alle zwei Jahre vorgeschriebenen Bericht werde zwar auch eine enorme Zunahme der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Windkraft unterstellt, berichtete Glos. „Doch unterliegt diese Art der Stromproduktion naturgemäß starken Schwankungen, so dass sie nur zu einem geringen Teil zur gesicherten Leistung beiträgt.“

An dem Gutachten haben unter anderem Experten der Universität Köln und der Technischen Hochschule Aachen mitgewirkt.

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