Glückliche Patienten
Deutsche Ärzte sind besser als ihr Ruf

Laut sind die Klagen über das deutsche Gesundheitswesen. Dabei sind neun von zehn Patienten mit ihren Ärzten sehr zufrieden. Selbst über lange Wartezeiten klagt nur eine Minderheit. Handlungsbedarf gibt es aber dennoch.
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BerlinJedes Jahr befragt die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Versicherten. Die diesjährige repräsentative Umfrage ergibt: Deutschlands Ärzte sind besser als ihr Ruf. Neun von zehn Patienten geben an, sie hätten ein gutes oder sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt; gleichzeitig loben sie die Fachkompetenz und Freundlichkeit der Mediziner. Nur einer von zehn Patienten beschwert sich über zu lange Wartezeiten – deren Kritik ist freilich teils sehr scharf.

Die  165.000 niedergelassenen Ärzte spielen im Leben der über 80 Millionen gesetzlich und privat Krankenversicherten offenbar eine weit größere Rolle, als in den öffentlichen Gesundheitsdebatten sichtbar wird. Nur 15 Prozent kamen nach der aktuellen Versichertenbefragung der KBV im Jahr 2015 ohne die Hilfe eines Arztes aus. Jeder zweite  musste sogar drei bis zehn Mal einen Arzt aufsuchen. Fast jeder Fünfte ist mit über 10 Arztkontakten im Jahr sogar so etwas wie ein Dauergast im deutschen Gesundheitssystem.

Die Ergebnisse der Umfrage stimmten den obersten Chef der Kassenärzte Andreas Gassen sehr zufrieden. „Gerne zeichnen Teile der Politik das Bild, dass die ambulante Versorgung im Argen liege und das alles schlecht sei“, erklärte er am Dienstag. „Gegen diesen Populismus setzen wir Fakten. Die repräsentative Umfrage zeigt seit nunmehr zehn Jahren sehr hohe Zufriedenheitswerte.“

Selbst das Warten auf einen Arzttermin stellt für die meisten Versicherte kein großes Problem dar. Dabei hatte die Politik die Mediziner  dazu verdonnert, ein besseres Terminmanagement mit eigens eingerichteten Servicestellen  aufzubauen. Wenn Versicherte binnen vier Wochen keinen  Facharzttermin erhalten, dürfen sie sich seit neuestem im Krankenhaus untersuchen lassen. 

47 Prozent der befragten gesetzlich Versicherten gaben in der Umfrage an, sie hätten auf ihren Arzttermin nicht warten müssen. Sie wurden entweder sofort angenommen (31 Prozent), kamen ohne Voranmeldung (14 Prozent) oder besuchten eine Praxis, die keine Termine vergibt (zwei Prozent).

Privatpatienten sind noch zufriedener beim Thema Wartezeit: Von ihnen erhielten 38 Prozent sofort einen Arzttermin. Während 13 Prozent der gesetzlich Versicherten länger als drei Wochen auf einen Termin warten mussten, waren es bei den Privatpatienten nur sieben Prozent.

Privatversicherte erhielten damit schneller einen Termin als gesetzlich Versicherte – aber der Unterschied ist nicht so eklatant, wie immer behauptet wird. Außerdem fanden 80 Prozent aller Befragten die Wartezeit insgesamt nicht zu lang. KBV-Chef Gassen hält das für ein Ergebnis, das sich im internationalen Vergleich sehen lassen kann.

Die auf Druck der Politik eingerichteten Servicestellen, die die Terminvergabe beschleunigen sollen, schnitten dagegen in der Umfrage mäßig ab. Zwar finden 78 Prozent der Befragten es gut, dass es sie gibt. Doch 55 Prozent meinen, dass die Wartezeiten dadurch nicht deutlich kürzer geworden seien.

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Kommentare zu " Glückliche Patienten: Deutsche Ärzte sind besser als ihr Ruf"

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  • Zumindest sollte man wissen, dass es sog Pseudowissenschaftler sind und die zwei Buchstaben vor dem Namen Standard sind.

    Die Promotionsleistung -sowie in der Vergangenheit auch bei einigen Politikern- sollte man ernsthaft in Frage stellen und nicht jeden Herrn Doctore als Gott bezeichnen.

    Die Patienten sind zufrieden, wenn sie mit ihrem Arzt sprechen dürfen. Das Placebo wirkt. Und 70% der kranken Seelen ist geholfen.

    Der Rest der Patienten erfordert dann wirklich einen guten Mediziner, die es auch sicherlich gibt und vielleicht ihren Kollegen gegenüber noch unterbezahlt sind.

    Aber dass sollten unsere Ärzte besser wissen.





  • @Herr Holger Narrog

    Was kann man von Jemandem erwarten, der voller Überzeugung, dafür mit umso weniger Wissen, einfach behauptet, Sie hätten den Artikel nicht gelesen, während er sicher nicht Ihren Kommentar gelesen hat?

    Mein Eindruck ist, der überfliegt Kommentare bei der Suche nach „Schlüsselwörtern“, die, wenn gefunden, automatisch einen „Beißreflex“ auslösen.

  • @Reiner Blumenhagen
    Das hat nichts mit Hetze zu tun sondern das sind FAKTEN!

    Wenn man in ein System nichts einbezahlt aber sich daraus bedient, dann ist dieses System asozial angelegt.
    Unser Sozialsystem ist so ein System. Politiker und Beamte zahlen nichts ein aber dürfen sich davon bedienen. Auch die illegalen Einwanderer zahlen in unser, von uns sozialabgabenpflichtigen Bürger, finanziertes und unterhaltenes Sozialsystem nichts ein aber dürfen sich fürstlich daraus bedienen.
    So ein asoziales Sozialsystem wird früher oder später unsere ganze Geselllschaft zusammenbrechen lassen. Mangel und Armut für alle in Deutschland lebenden Menschen wird dies zur Folge haben.

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