„Glücksfall für Deutschland“
Köhler ehrt Theodor Heuss

Bundespräsident Horst Köhler hat anlässlich des 125. Geburtstags von Theodor Heuss das erste deutsche Staatsoberhaupt geehrt. In seiner Rede bezeichnete Köhler Heuss als „Glücksfall für Deutschland“, thematisierte aber auch Heuss' umstrittene politische Rolle in der Nazizeit.

HB BRACKENHEIM. "Er war nicht nur der erste, sondern der unvergleichliche Bundespräsident. Er war ein Glücksfall für Deutschland", sagte Köhler in Heuss' Geburtsort Brackenheim bei Heilbronn, wo dieser am 31. Januar 1884 zur Welt kam. Dort enthüllte Köhler gemeinsam mit seiner Frau Eva Luise und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) eine bronzene, lebensgroße Statue seines Amtsvorgängers. Sie steht vor dem Brackenheimer Heuss-Museum, wo sich am Samstag mehrere hundert Bürger versammelt hatten.

Köhler sagte, Heuss habe als sein Amtsvorgänger Integrität mit Bescheidenheit verbunden. Zudem habe er aus seiner persönlichen Erfahrung des Nationalsozialismus eine Aufgabe für den Aufbau der Demokratie nach 1945 abgeleitet. "Das war vielleicht auch Reue", sagte Köhler unter Hinweis auf Heuss' Zustimmung als Reichstagsabgeordneter zu Hitlers Ermächtigungsgesetz 1933.

Ministerpräsident Oettinger verwies darauf, dass Heuss sich auch als einer der ersten für ein großes Bundesland im Südwesten eingesetzt habe, aus dem später Baden-Württemberg geworden sei. Die baden-württembergische FDP-Vorsitzende Birgit Homburger nannte ihn "stilbildend." Heuss' Enkel Ludwig Theodor Heuss erinnert daran, dass sein Großvater sein Leben in den ersten Jahren nach 1945 "bis zur körperlichen Erschöpfung" in den "Dienst des demokratischen Aufbaus" gestellt habe. Gerade in der aktuellen Zeit der Krisen sei Heuss Botschaft wichtig: "Demokratie und Freiheit sind eben nicht nur Worte, sondern lebensgestaltende Werte." "Das ist auch eine Botschaft an Berlin", sagte Bundespräsident Köhler.

Theodor Heuss war von 1949 bis 1959 für zwei Amtszeiten der erste Bundespräsident, zudem war er erster Gründungsvorsitzender der FDP. Nach dem Ende seiner politischen Laufbahn setzte er sich in Stuttgart zur Ruhe, wo er am 12. Dezember 1963 starb.

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