Google Streetview: Aigner lässt ihr Haus verpixeln

Google Streetview
Aigner lässt ihr Haus verpixeln

Nach ihrem Streit mit Facebook kämpft Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner nun gegen den Internetriesen Google und sein Projekt Street View. Fotos ihres Wohnhauses will die Ministerin zensieren lassen. Andere sollen ihrem Beispiel folgen.
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HB FRANKFURT/MAIN. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Fotos ihres Wohnhauses bei Google Street View eingelegt. Der „Frankfurter Rundschau“ bestätigte eine Sprecherin der Ministerin den Schritt. Aigner rufe zudem andere Mieter und Eigentümer zu dem Schritt auf, wenn diese „nicht möchten, dass Fotos ihrer Wohnung oder Grundstücke auf Google Street View veröffentlicht werden“.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, will laut „FR“ bei Google Widerspruch einlegen. „Die Deutschen müssen in der Lage sein, selbst zu entscheiden, welche Bilder von ihren Häusern, Wohnungen, Gärten oder Autos sie veröffentlichen wollen“, sagte er laut Bericht. „Ich verstehe, dass sich jetzt viele Bürger überrumpelt fühlen. Die Bundesregierung hätte längst eine solide gesetzliche Basis zum Schutz der Privatsphäre im Internet schaffen müssen.“

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth nannte es „die Aufgabe des Staates, den Datenschutz zu gewährleisten“. Datenschutz dürfe nicht privatisiert werden und nur für Personen möglich sein, die die technischen Möglichkeiten dazu haben, sagte Roth der Zeitung. „Es darf nicht Aufgabe von Privatpersonen sein, täglich das Internet zu durchforsten, um gegen Eingriffe in die Privatsphäre vorgehen zu können“, sagte sie.

Google hatte angekündigt, den Straßenfotodienst „Street View“ schon in diesem Jahr ins Internet zu stellen. Dabei sollen mit Informationen versehene Straßenansichten für die 20 größten Städte Deutschlands abrufbar sein. Gesichter und Nummernschilder will Google unkenntlich machen. Ab kommender Woche können Mieter und Eigentümer zudem auf google.de/streetview vier Wochen lang beantragen, ihr Haus schon vor der Onlineschaltung unkenntlich zu machen. Nachträglich soll das weiter möglich sein, erklärte Google.

Google will bis zum 21. September Vorab-Widersprüche gegen das Zeigen von Häusern auf seinem Straßenfotodienst Street View annehmen. Damit zeichnet sich ab, dass Street View frühestens im Oktober angeschaltet wird, weil alle Widersprüche vorher bearbeitet werden sollen.

Google machte am Donnerstag klar, dass auch nach dem Start von Street View noch Häuser ausgeblendet werden können. Damit räumte Google ein Missverständnis aus: Am Montag hatte Google angekündigt, dass ab der kommenden Woche für vier Wochen eine Internetseite aktiviert wird, über die Bewohner oder Eigentümer ihre Immobilie unkenntlich machen lassen können.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann forderte, die Vorab-Widerspruchsfrist bis mindestens Mitte Oktober zu verlängern.

Außerdem forderte er Google auf, den Dienst vor dem Start von staatlichen Datenschützern überprüfen zu lassen. Das Ministerium stellte das Muster eines Widerspruch gegen die Einstellung persönlicher Daten ins Internet durch Google online

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  • DAS SYSTEM STiMMT NiCHT, GOOGLE MUSS SiCH DiE GENEHMiGUNG VON JEDEM GESCANNTEN ObJEKT SCHRiFTLiCH EiNHOLEN UND NiCHT WiR MÜSSEN WiDERSPRECHEN!

  • "GoogleStreet-View" und der "Große Aufschrei der Anständigen" - "Street-View" gibt´s doch schon lange: http://www.sightwalk.de/

  • "GoogleStreet-View" und der "Große Aufschrei der Anständigen" - "Street-View" gibt´s doch schon lange: http://www.sightwalk.de/

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