Google und Facebook
Kampf gegen die Macht der Algorithmen

  • 3

Künast fordert klare Regeln gegen Diskriminierungseffekte

Die europarechtlichen Möglichkeiten für eine Regulierung halten die Experten für nicht weitgehend genug. Die im nächsten Jahr in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung habe zwar „grundsätzlich das Potential, für mehr Transparenz im Umgang mit Algorithmen im Internet zu sorgen“, schreiben sie. Allerdings habe das Gutachten gezeigt, „dass bei der Erreichung des Ziels, das Wissens- und Machtungleichgewicht zwischen Nutzer und Dienste-Anbieter aufzulösen und gleichzeitig mehr Transparenz und Nutzerautonomie zu schaffen, algorithmen-spezifische Gesetzgebung ebenfalls ein gangbarer Weg sein kann“.

Angesichts des Befunds fordert Künast Konsequenzen. "Gegen Diskriminierungseffekte braucht es klare Regeln. Online-Plattformen sollten die ergebnisrelevanten Kriterien und ihre Gewichtung offenlegen", sagte die Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag dem Handelsblatt. Künast erinnerte daran, dass die europäische Datenschutzgrundverordnung ab Mai 2018 vorschreibt, dass Verbraucher nicht alleinigen automatisierten Entscheidungen unterliegen dürften. "Eine neue Bundesregierung darf hier unseren Schutz bei der Umsetzung in das nationale Recht nicht schwächen", betonte sie.

Zu einem Mindestmaß an Transparenz zählt für die Verfasser des Gutachtens etwa, dass sich die Online-Plattformen auf eine "eindeutige Trennung" von eigenen und gesponserten Ergebnissen zu verpflichten. Auch Künast hält es für notwendig, dass Werbung immer als solche zu erkennen sein müsse. Allerdings nicht nur im Fall für algorithmengesteuerter Ergebnisse. Künast geht hier noch weiter und fordert dieselbe Transverpflichtung auch für Social Bots. Das sind Programme, die automatisch Einträge produzieren, dabei aber so tun, als wären sie echte Menschen.

Künast hält es überdies für erforderlich, dass Verbraucher "unkompliziert" zwischen Anbietern und Plattformen wechseln und kommunizieren können. "Ich unterstütze die Empfehlung der Gutachter einer Verpflichtung großer Internet-Anbieter zu Interoperabilität und Portabilität, damit Nutzer einfach zwischen Diensten wechseln können", sagte die Grünen-Politikerin. "Netzwerkeffekte und Meinungsmonopole müssen wir verhindern, echte Wahlfreiheit schaffen."

Die Nutzer von Online-Angeboten sollten aus Sicht Künasts zudem für den Umgang mit Internetangeboten besser sensibilisiert werden. "Techniken der Digitalisierung – vom Programmieren bis zum kritischen Umgang mit digitalen Geräten und Prozessen – gehören in den Stundenplan der Schule", sagte sie. Künast regte an, dass sich der neue Bundestag in einer Enquete-Kommission "gründlich" mit den Themen rund um die Digitalisierung und die Macht der Algorithmen auseinandersetzen solle.

Kommentare zu " Google und Facebook: Kampf gegen die Macht der Algorithmen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die sollten sich lieber mal um die Opfer kümmern und die Täter des Landes sofort und unmittelbar verweisen!!!!



    Wie es im Lande zugeht und was alles täglich passiert, ist eigentlich nur in den regionalen Tagesanzeigern zu lesen. Heute sprengt es wieder einmal die Vorstellungskraft vieler Menschen, vor allem junger Frauen.

    Heute schildert eine Journalistin wie es in deutschen Klassenzimmern mit Syrern, Afghanen, Ghanesen u.a. zugeht.

    Ferner wird über die brutale Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Zelt durch einen Ghanesen berichtet und wie der Peiniger sich in deutschen Gerichtssälen verhält und was sich die deutsche Justiz alles gefallen lassen muss.

    Und unsere Politiker interessieren scheinbar solche Einzelfälle nicht. Nur zu dumm, dass diese Einzelfälle mehrmals täglich in ganz Deutschalnd stattfinden. Sie sind nicht nur pervers und brutal, sondern auch tödlich.

    Der Fall Amri ist dagegen Peanuts in der Summe aller. Was verdeckt werden soll, schreibt man unter POLITIKVERSAGEN nieder.

    Mit einem Link zu den regionalen Tagesanzeigern sieht man was und wie es im Land regional tatsächlich zugeht.

    Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden und sollte sich nicht nur auf die Beiträge der bekannten Printmedien begrenzen.

  • Ist Heiko Maas nicht abgewählt ? trotzdem macht er Politik als wenn er noch 4 Jahre im Amt ist. Das sollte er nun anderen überlassen , denn eines kann die SPD
    wie die Grünen und unser Staat insgesamt , was diese Überschrift ausdrückt:

    Das Spielen im Hof ist verboten !

    Verbote Verbote Verbote überziehen unser Land und das hat mit Freiheit nichts zu tun. Wenn Politiker über ein Thema nachdenken , kann man davon ausgehen , dass Verbote immer dabei sind.

    Kommen wir zu den Algorithmen kurz Algo, die werden nicht mehr mit Verboten aufgehalten und sie werden Teil unserer Gesellschaft , die sich in wenigen Jahren
    als Barcode wieder findet .

    Das auch in 20 Jahren ca. Daten aus dem Gehirn abgerufen werden können, ist keine Spinnerei , daran wird schon seit Jahren gearbeitet.

    Es ist der Apfel aus dem Paradies , selig sind die ,die nichts wissen. Könnte man den Apfel wieder zurück hängen am Baum der Erkenntnis , ich würde es tun.

  • während der Newsfeed sozialer Netzwerke für viele Nutzer eine der wichtigsten Quellen zur kulturellen und politischen Meinungsbildung sei. .....
    <<<<<<<<<<<<<<<

    genial, selbst das HB realisiert langsam, dass die Fäkal-News immer mehr irrelevant sind, wenn es darum geht, sich seine Meinung zu bilden. Mehr und mehr ist das Internet Grundlage, wie Menschen sich entscheiden.

    Wir brauchen keine links-faschistische Reporter mehr, der mit ihrer verdrehten Gehirn uns klar machen wollen, was in der Welt passiert. Hinzu kommt, dass diese Reporter-Gilde einfach zu oft versagt hat:

    - BREXIT
    - US-Wahl

    Jeweils voll daneben. Und noch mehr liegt Fäkal News daneben, wenn es um Trump oder Putin geht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%