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06.10.2008 
Beckstein-Nachfolge

Goppel und Herrmann wollen nicht weichen

Die wachsende Unterstützung für Horst Seehofer lässt Bayerns Wissenschaftsminister unbeeindruckt. Thomas Goppel plädiert für ein Auswahlrecht der Landtagsfraktion unterer mehreren Bewerbern für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten und hält an seiner Kandidatur fest.

Goppel will der CSU-Fraktion eine Auswahl geben. Foto: dpaLupe

Goppel will der CSU-Fraktion eine Auswahl geben. Foto: dpa

HB BERLIN. „Die Fraktion will die Auswahl. Dieses Procedere haben wir vergangenen Mittwoch gemeinsam mit Horst Seehofer vereinbart und dabei sollte es auch bleiben“, sagt Goppel dem Handelsblatt. Gleichzeitig hält Goppel, der sich wie Innenminister Joachim Herrmann um die Nachfolge Günther Becksteins bewirbt, an seiner Kandidatur fest. „Ich plädiere für eine Mannschaft, in der zwei Leute, in Berlin und München, gemeinsam im Ringen um die besten Lösungen für unser Land sind“, sagte Goppel. „Ich glaube, dass eine isolierte Haltung, die Zuspitzung auf eine Person in den Tagen der Globalisierung ein Fehler ist“, so Goppel weiter.

Ähnlich äußerte sich Innenminister Joachim Herrmann, der gestern von seinem Bezirk Mittelfranken Rückendeckung bekam. „Wir erwarten eine ganz starke Präsenz des Parteichefs in Berlin, damit die Stimme der CSU dort kraftvoll wahrgenommen wird“, sagte Herrmann dem Handelsblatt. „Deshalb unterstützen wir Horst Seehofer für den Posten des Parteichefs. Deshalb glauben wir aber auch, dass die CSU mit einer Doppelspitze weiter besser aufgestellt ist“, sagte er weiter.

In der CSU wächst indessen die Unterstützung für eine Doppelfunktion Seehofers als künftiger Parteichef und bayerischer Ministerpräsident. Der Vorsitzende des CSU-Bezirks Niederbayern, Manfred Weber, sagte der „Passauer Neuen Presse“ vom Montag, viele CSU-Anhänger sorgten sich, ob die CSU noch die Stimme Bayerns sei. „Deswegen braucht es jemanden, der kraftvoll für die CSU und den Freistaat sprechen kann. Und das ist Horst Seehofer.“ Der schwäbische Bezirksvorsitzende Markus Ferber sagte im Deutschlandfunk, er sei der festen Überzeugung, dass es notwendig sei, beide Ämter zusammenzuführen. „Wir müssen nach der Wahlniederlage vom 28. September die Kräfte bündeln. Wir müssen die Bastion Bayern stärken“, sagte Ferber.

Während Goppel Unterstützung aus Unterfranken hat, kann Herrmann auf Stimmen aus Mittelfranken zählen. Die weitaus größte Zahl der Unterstützer hat allerdings Seehofer, für den unter anderem der mitgliederstärkste CSU-Bezirk Oberbayern und die Junge Union sind. Am Montag sprachen sich auch die sieben Münchner Landtagsabgeordneten einstimmig für Seehofer aus.

Der scheidende CSU-Vorsitzende Erwin Huber sagte in Berlin vor Journalisten, es gebe um das Ministerpräsidentenamt keinen Machtkampf, sondern eine demokratische Willensbildung. „Wir wollen diese Entscheidung von oben nicht oder nicht mehr“, sagte Huber. Ziel sei eine einvernehmliche Lösung. Huber selbst wollte sich nicht auf einen eigenen Favoriten festlegen. Er legte sich auch nicht fest, ob eine Doppelspitze oder die Führung in einer Hand die bessere Lösung wäre. „Da gibt es keine Gesetzmäßigkeit. Wir haben beides gehabt“, sagte Huber. „Wir haben mit beiden Methoden Erfolg gehabt.“

Nachdem ein Gespräch zwischen Seehofer, Herrmann und Goppel am Sonntag keine Lösung gebracht hatte, wollen sich die drei am Dienstag erneut zusammensetzen. Seehofer hatte ursprünglich angekündigt, nur als Ministerpräsident zur Verfügung zu stehen, falls die Fraktion nicht aus ihren eigenen Reihen jemanden findet. Er gab aber inzwischen deutlich Signale, dass er gerne Ministerpräsident würde. Am Mittwoch soll die CSU-Landtagsfraktion die endgültige Entscheidung fällen.

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