Gorleben: Niedersachsen prüft Tauglichkeit als Endlager

Gorleben
Niedersachsen prüft Tauglichkeit als Endlager

Gorleben ist für die deutsche Anti-Atomkraft-Bewegung eines der großen Reizwörter. Nun wird der Salzstock in der niedersächsischen Stadt ungeachtet des anhaltenden Protestes als einziger Standort in Deutschland wieder auf seine Eignung als Atomendlager geprüft.
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HB HANNOVER. Die Erkundung in dem Salzstock im Wendland war von der damaligen rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2000 für zehn Jahre unterbrochen worden. Nach zehn Jahren Pause können von Oktober an die Untersuchungen unter Tage weitergehen. Das Land Niedersachsen erteilte am Dienstag in Hannover dafür die Genehmigung.

Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) forderte, es müsse eine Art „gläserne Erkundung“ möglich sein: Bürger und Kommunalpolitiker sollten über die Erkenntnisse unterrichtet werden. „Wir möchten den Bund dazu bringen, dass er alle bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Gorleben, und zwar die geologisch günstigen und auch die kritischen, vollständig auf den Tisch legt.“

Außerdem sollten die Abfallbehälter aus dem Bergwerk unbedingt auch wieder herausholbar sein - für den Fall, dass die Sicherheit nicht mehr gegeben ist oder es neue Techniken zur Entsorgung gibt. Es müsse möglich sein umzukehren, sagte Sander.

Die bald wieder aufgenommenen Erkundungsarbeiten im Salzstock sollen laut Umweltministerium rund sieben Jahre dauern. Betreiber des Bergwerks in Gorleben ist das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter. Umweltminister Sander pocht auch darauf, dass internationale Experten das Verfahren begleiten.

Die Opposition kritisierte das Vorgehen in Gorleben. „Mit der Entscheidung wird unser Bundesland den Konstrukteuren des nationalen Atom-Klos überlassen“, sagte Grünen-Landtagsfraktionschef Stefan Wenzel. SPD, Grüne und Linke gehen davon aus, dass sich die Bundesregierung schon auf Gorleben als Endlager festgelegt habe - die CDU-Politiker weisen das zurück. Die Opposition fordert, in ganz Deutschland nach anderen Standorten für ein mögliche Endlager zu suchen.

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