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18.02.2008 
Kritik von Nobelpreisträger

Grass betitelt Steuerbetrüger als „neue Asoziale“

In der Affäre um den mutmaßlichen Steuerbetrug in Milliardenhöhe hat sich nun auch Günter Grass geäußert. Auf einer Veranstaltung der Hamburger SPD fand der Literaturnobelpreisträger dabei scharfe Worte für die Beschuldigten.

Günter Grass (links), Träger des Nobelpreises für Literatur, ist politisch in der SPD aktiv - und vertritt klare Ansichten. Foto: apLupe

Günter Grass (links), Träger des Nobelpreises für Literatur, ist politisch in der SPD aktiv - und vertritt klare Ansichten. Foto: ap

HB HAMBURG. Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sich in die Debatte um den jüngsten Steuerskandal eingeschaltet und die mutmaßlichen Täter als „Asoziale“ bezeichnet. Auf einer Wahlveranstaltung der SPD am Montagabend in Hamburg sagte Grass, die Führungselite sei „asozial geworden“.

Der Schriftsteller forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Handeln auf. Nötig seien schärfere Gesetze, etwa eine strengere Börsenaufsicht oder zusätzliche Steuerfahnder. Scharfe Kritik äußerte Grass zudem am Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Aus den abgeschirmten Kreisen des BDI“ hätten sich „diese neuen Asozialen entwickelt“. Grass rief bei der Veranstaltung zur Wahl des Hamburger SPD-Spitzenkandidaten Michael Naumann auf.

Der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck forderte bei der selben Veranstaltung erneut, die Verfahren gegen Beschuldigte in dem Steuerskandal um Konten in Liechtenstein dürften nicht mit so genannten Deals enden. Es müsse vielmehr zu Prozessen vor Gericht kommen, forderte Beck. Liechtenstein bezeichnete er als „kleines modernes Raubrittertum“.

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