Grexit und Schuldenschnitt
Griechenland-Krise eint zerstrittene AfD

Die AfD wird seit Monaten von Flügelkämpfen gelähmt, doch in der Griechenland-Frage bewegen sich die zerstrittenen Protagonisten auf einer Linie. Auch in der Kritik an der bisherigen Euro-Politik herrscht Einigkeit.
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BerlinIn der Griechenland-Krise zieht die zerstrittene Alternative für Deutschland (AfD) an einem Strang. Sowohl Hans-Olaf Henkel, der dem wirtschaftsliberalen Flügel angehört, als auch Frauke Petry, die dem nationalkonservativen Flügel zugerechnet wird, plädieren dafür, die Griechen geordnet aus der Euro-Zone ausscheiden zu lassen (Grexit) und ihnen im Gegenzug einen kompletten Schuldenerlass zu gewähren.

„Das wäre im Interesse beider Seiten“, sagte die AfD-Co-Chefin Petry dem Handelsblatt. Henkel, der für die AfD im EU-Parlament sitzt, wandte sich direkt an die Bundesregierung. „Wann, wenn nicht jetzt, übernimmt die Bundesregierung den Vorschlag der AfD, Griechenland im Gegenzug für einen Grexit die Schulden zu erlassen“, sagte Henkel dem Handelsblatt.

Ein Spitzentreffen zur Lösung der griechischen Schuldenkrise hatte in der Nacht zum Donnerstag keinen Durchbruch gebracht. Die EU-Kommission sprach zwar von Fortschritten in dem Bemühen, die gegenseitigen Positionen besser zu verstehen. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem kündigte jedoch für die kommenden Tage weitere Gespräche an.

Scharfe Kritik äußerte Henkel an der bisherigen Griechenland-Politik von Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU). Indem Merkel und Schäuble im Mai 2010 mit dem ersten Rettungspaket für Griechenland die No-Bailout-Klausel (Nicht-Beistands-Klausel) außer Kraft gesetzt hätten, hätten sie „die Brandmauer zwischen deutschen Steuerzahlern und ausgabefreudigen Politikern im Süden Europas“ zum Einsturz gebracht. „Seitdem sind sie Gefangene ihrer eigenen Politik und gezwungen, sich von griechischen Politikern an der Nase herumführen zu lassen“, sagte der frühere Industrieverbands-Präsident.

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  • Ich gebe Herrn Henkel und Frauke Petry völlig Recht.
    Merkel und Schäuble haben diesen Rettungs-Unsinn begonnen, indem sie alle Verträge gebrochen haben.
    Allein dafür müßten sie vor Gericht

  • Es gibt auch so inhaltlich kaum Unterschiede zwischen diesen sogenannten Flügels. Es sind persönliche Probleme und die pure Machtgeilheit die leider der AfD in diesen Tagen Schaden zufügt.

    Aber schön zu lesen das die AfD sich auch mal wieder mit echten Problemen beschäftigt. Dafür wurde sie auch gewählt, verdammt nochmal!

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