Griechenland-Krise

Anlegerschützer warnen vor Dominoeffekt bei Grexit

Nach dem gescheiterten Griechenland-Gipfel drohen dem Land die Staatspleite und ein Ausscheiden aus dem Euro. Anlegerschützer warnen jedoch, eine solche Eskalation könnte nicht nur die Griechen ins Chaos stürzen.
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BerlinDie Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat davor gewarnt, die Risiken eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone, den sogenannten Grexit, zu unterschätzen.

„Es ist durchaus möglich, dass durch einen Euro-Austritt andere Euro-Länder in Schwierigkeiten kommen könnten, indem die Finanzmarktteilnehmer auf ein Ausscheiden eines weitere Landes, zum Beispiel Portugal, ,wetten'“, sagte SdK-Vorstandsmitglied dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Das könnte dann zur Folge haben, dass indirekt doch größere Risiken für die deutsche Wirtschaft bestehen.“

Allerdings sagte Bauer auch, dass mittlerweile genügend Rettungsinstrumente durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Euro-Staaten geschaffen worden seien, wodurch das Risiko wohl „überschaubar“ sei.

Größere „direkte“ Grexit-Risiken für die deutsche Wirtschaft und deutsche Unternehmen sieht Bauer nicht. „Die angeblich großen Risiken gab es jedoch wohl auch 2012 nicht, zumindest keine direkten Risiken“, sagte er. „Anders kann es jedoch aussehen, wenn man die indirekten Risiken betrachtet.“

Von verkraftbaren Folgen für die Währungsunion spricht die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Wenn das an Athen verliehene Geld abgeschrieben werden müsste, hätte das wohl keine negativen Auswirkungen auf die Bonität der Geldgeber, sagte S&P-Chefanalyst Moritz Krämer der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Entgegen der öffentlichen Meinung sind die Haftungssummen im Verhältnis der Wirtschaftskraft der Gläubiger gar nicht so hoch.“ Deutschland habe etwa deutlich mehr Geld in die Rettung von deutschen Banken stecken müssen, als bei einem Totalverlust der Griechenland-Forderungen auf den Bund zukäme, sagte Krämer.

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7 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Anlegerschützer warnen vor Dominoeffekt bei Grexit"

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  • Ja ja schön Angst machen. Es ist Zeit einen Schlussstrich zu ziehen gerade um einen Dominoeffekt zu vermeiden. Bekommt Griechenland wieder "Geschenke" stehen doch Zypern, Irland, Spanien, Portugal, etc. schon in den Startlöchern - ach ja Italien und Frankreich bestimmt auch. Eine Nord EU / Euro (ohne Frankreich) hätte doch vielleicht was.

  • Schützer warnen? Warum verklagen Sie nicht die verantwortlichen Politiker, Banker usw. die den Untergang griechenlands bewusst herbei führen? Wieso keine Steuern für reiche Griechen? Wieso keine Ersatzpflicht für die Politiker die vorsätzlich, wissentlich gegen Griechenland wirken? Wo bleiben die Klagen gegen Banken, Banker???

  • Der war gut und treffend.

  • Dominoeffekt? Im Gegenteil!
    Man wird erleichtert aufatmen und alles wird besser laufen, weil dieser Albdruck dann endlich vorüber ist.

  • Und immer wieder wird das Panikszenario über einen "Dominoeffekt" aus dem Mülleimer geholt, wenn's dann passt. Es gibt immer eine Wirkung einer Ursache, aber erst mit Griechenland wird alles zum Domino oder, um ein anderes verbrauchtes Bild aus einem anderen Eimer zu holen, zum Schmetterling.
    Mag es wegen Fahrlässigkeit von europäischen Banken tatsächlich in 2010 noch eine Gefahr gewesen sein, ist dies heute so unwahrscheinlich, daß man getrost Meinungs-/FUD-mache unterstellen kann.

  • Anlegerschützer warnen vor Dominoeffekt bei Grexit
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    Den wird es aber nicht geben. Die privaten Anleger haben sich schon lange aus Griechenland zurückgezogen.
    Es sind nur noch staatliche Banken und Versicherungen involviert.
    Selbst Standard & Poor’s sieht kein Risiko in einem Grexit.

    Die EZB nimmt keine griechischen Schrottpapiere mehr als Sicherheit an.
    Kommt es zu keiner Einigung, muss sie auch die ELA einstellen.

  • Es könnte doch auch sein, dass Spekulanten nach dem Austritt Griechenlands darauf wetten, dass ein Meteor die Erde trifft. Weshalb warnen die "Anlegerschützer" nicht auch ehrlicherweise davor?

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