Griechenland-Krise Das Endspiel ist angepfiffen

Krisengipfel in Berlin, Reformpläne aus Athen – Griechenland und seine Gläubiger liefern sich ein Wettrennen um ein Angebot zur Lösung der Schuldenkrise. Dabei wollen sich Merkel und Tsipras gegenseitig austricksen.
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Tsipras am Scheideweg: Seine zwei Optionen

BerlinAlexis Tsipras hatte noch versucht, sich selbst einzuladen. Am Wochenende verbreiteten seine Mitarbeiter, der griechische Ministerpräsident könnte am Montag kurzfristig nach Berlin fliegen. Dort wollten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker treffen.

Doch Tsipras‘ Vorlage wurde in Berlin nicht aufgegriffen. Merkel ließ nur ausrichten, von einem Treffen mit dem Griechen sei nichts bekannt. Die Kanzlerin verfolgte einen anderen Plan. Zwar wollte sie bei sich im Kanzleramt tatsächlich einen hochkarätigen Krisengipfel zu Griechenland abhalten. Doch für Tsipras hatte sie keinen Platz am Tisch vorgesehen. Merkel lud neben Hollande und Juncker auch noch den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Berlin ein.

Damit war das Who-is-who der Griechenland-Retter bei Merkel versammelt. Die Konstellation der Runde macht deutlich: Die Kanzlerin will zunächst die Reihen der internationalen Gläubiger schließen. In der Bundesregierung sieht man seit Wochen mit zunehmender Sorge, dass Tsipras versucht, Euro-Staaten, EU-Kommission und IWF in den Verhandlungen gegeneinander auszuspielen. Vor allem mit dem IWF hadert die griechische Regierung.

Für Merkel steht hingegen fest: „Ohne der IWF geht es nicht“, wie ein deutscher Regierungsbeamter sagt. Der Währungsfonds trägt nicht nur zu der ausstehenden Hilfstranche von 7,2 Milliarden Euro rund die Hälfte bei. Er ist auch aus innenpolitischen Gründen für Merkel wichtig: Viele Abgeordnete in der Unionsfraktion misstrauen der EU, fürchten, dass sie Athen immer und um jeden Preis helfen wird. Der IWF gilt als strenger Wächter über das Reformprogramm, das Griechenland umsetzen muss.

Allerdings macht diese Strenge die Verhandlungen nicht einfacher. So wäre die EU tatsächlich zu Zugeständnissen bereit. Und auch Merkel will einen Kompromiss, um Griechenland im Euro zu halten. Der IWF ist unnachgiebig. Und wenn das laufenden Hilfsprogramm doch abgeschwächt wird, so die Forderungen aus Washington, müssten die Europäer das bezahlen. Dann seien Schuldenerleichterungen für Griechenland notwendig, um die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen zu gewährleisten.

Merkel fürchtet die Schuldfrage
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20 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Das Endspiel ist angepfiffen"

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  • Das hat der Bürger aber noch nicht begriffen - auch dank EU-Propaganda und Gehirnwäsche.

  • Bei der Schuldfrage muss Frau Merkel nicht lange suchen...die saßen alle mit ihr am Tisch letzte Nacht...

  • Für die merkelsche "Naiv-Psychiatrie" gibt es einen Fachausdruck aus der Verhaltenspsychologie: "Nudging"

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nudge

    Der einheitssozialistische, political-correct-behavioural-Staat wirds schon richten. Der Staats als Super-Nanni wirds richten, zur Not mit sanfter Gewalt, hoch die Schnabeltassen! Und wenn man sich so die Nudge-Projekte "Energiewende", "Euro-Rettung" und "Facharbeiter-Import" so anschaut, dann klaptt das mit dem sanften Schubsen doch ganz gut.......

  • @ Walter Traustein
    Sie sind ja ein ganz "schlimmer Finger"
    aber Sie haben völlig recht, Michl ist einfach zu blöde, Hauptsache er hat was zu arbeiten und
    kann seine Steuern bezahlen, damit die Griechen usw. bei uns Mercedes und Porsches kaufen
    können und Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor40.

  • ...vor allem aber auch die Kollegen "NICHT-WÄHLER"! Wie viele gehen noch wählen? 55 %??....das ergibt folgendes: 62 Mio. Stimmberechtigte, 55 % gehen wählen = 34 Mio. Wähler x 34,1 % für CDU = 11,6 Mio. Stimmen (BTW 2013)
    Sprich: es reichen (rückgerechnet) 17,7 % Wählerstimmen um die Kanzlerin zu stellen....ist das denn noch eine demokratische Legitimation???

  • "Zerriebener EU-Staatenbrei" als Nahrung für Amerika zu deren Sanierung vorbereiten - das ist die Aufgabe von EURO und Frau Merkel.

    ---

    Merkels-Bürger-Klaps-Mühle:

    http://www.tagesspiegel.de/images/deutschland-berlin-kulturbrauerei-bundeskanzlerin-angela-merkel-im-dialog-mit-buergern-zum-thema/11857438/2-format14.jpg

    Naiver Minimalismus. "Wenn die Sonne scheint, sind wir alle glücklich".

    Verordnete Naiv-Psychiatrie Deutschland a la Merkel.


    Grinsend in den Toleranz-Abgrund. Amerika wartet schon auf uns deutsche Deppen mit TTIP - da wird "Flüssignahrung in Schnabeltassen" verabreicht .....

  • Herr Mayer,
    ganz so schlimm ist es nicht mehr. Bereits bei der letzten BT-Wahl haben 15% der Wähler nicht für die sozialistischen Parteien gestimmt. Diese Wähler werden nur nicht mehr politisch im Parlament vertreten, weil es neben der sozialistischen Einheitspartei selbstverständlich keine Opposition geben darf.
    Aber vielleicht wachen ja mehr Wähler angesichts dieses Affentheaters auf. Ups, ich bitte um Entschuldigung für den Verstoß gegen die Netiquette. Jeder Affe könnte sich nun beleidigt fühlen.

  • es ist doch eigentlich ganz einfach: der griechische Durchschnittswähler wünscht sich, den Euro zu behalten, auch wenn´s weh tun sollte (aktueller Stand Juni 2015). Der deutsche Durchschnittswähler wünscht sich, dass innerhalb der Eurozone die Spielregeln eingehalten werden. Was spricht also dagegen, auf den Spielregeln weiter zu bestehen, sich nicht durch populistisches Getöse ablenken zu lassen und die Griechen in einer Volksabstimmung oder noch besser Neuwahlen über das Thema abstimmen zu lassen. Sich über den Tisch ziehen zu lassen, wäre sicherlich die zweitbeste Lösung.

  • Solange 90% die sozialistischen Parteien CDU, CSU, Linke, SPD und Grüne wählen --- wird sich daran nichts ändern. Letztlich ist Merkel nicht Schuld. Sie tut das was man ihr bei FdJ und CDU beigebracht hat, nämlich die Macht einer kleinen Gruppe erhalten und ausbauen. Dass die meisten Wähler es gutheißen ist das Problem.

  • ...doch nicht die Gasfelder. Als Sicherheit werden die ausstehenden "Reparationszahlungen" von Deutschland hinterlegt ;-)

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