Griechenland-Krise Kanzlerin Merkel lehnt Hilfen kategorisch ab

In der Debatte über mögliche Hilfen für angeschlagene Euro-Staaten wie Griechenland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre ablehnende Haltung am Montag noch verschärft. Ausdrücklich wies sie die Forderung des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Zapatero nach einer „EU-Solidarität“ für Griechenland zurück.
5 Kommentare
Angela Merkel wies die Forderung des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero nach einer "EU-Solidarität" zurück. Quelle: dpa

Angela Merkel wies die Forderung des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero nach einer "EU-Solidarität" zurück.

(Foto: dpa)

HANNOVER. Zugleich warnte sie, dass die europäische Währung ohne einen radikalen Sparkurs der Euro-Staaten nicht stabil sei. „Nur wenn die Finanzmärkte die Bewertung vornehmen, dass Griechenland die Reformen schaffen kann, kommt der Euro wieder in stabiles Fahrwasser.“ Der Euro würde „angreifbar“, wenn die Märkte den Eindruck bekämen, dass dies misslinge.

Zuvor hatte Zapatero erneut an die Bundesregierung appelliert, die großzügige Haltung beizubehalten, die Ländern wie Spanien einen schnellen wirtschaftlichen Aufstieg nach dem EU-Beitritt ermöglicht habe. „Deutschland sollte in diesem Geist fortfahren.“ In einem Interview hatte Zapatero gefordert, notfalls müsse die EU Griechenland beispringen. Die spanische Regierung erhofft dies insgeheim, weil dann auch die Refinanzierungskosten Spaniens erheblich sinken dürften. Derzeit muss Spanien wegen seines enormen Haushaltsdefizits erhebliche Aufschläge bei neuen Staatsanleihen zahlen.

Merkel, die am Freitag auch den griechischen Ministerpräsidenten empfängt, lehnte dagegen jede Hilfe kategorisch ab. „Die Aufgabe besteht jetzt darin, dass Griechenland das Ziel wirklich umsetzt, das Haushaltsdefizit auf vier Prozent zurückzuführen.“ Nur dabei sollten die EU-Kommission und die EZB helfen sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) mit technischer Expertise. Dies sei die beste Variante, um Spekulationen zu beenden.

Zugleich wies Merkel das Argument zurück, Deutschland habe besonders viel Nutzen aus dem Euro gezogen und müsse sich nun für angeschlagene Euro-Staaten engagieren. „Meine Überzeugung ist, dass alle Länder sehr stark vom Euro profitiert haben“, sagte Merkel. „Wir haben uns für einen gemeinsamen Währungsraum entschieden, weil er für alle gut ist.“ Nun müssten alle auch die festgelegten Regeln einhalten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

5 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Kanzlerin Merkel lehnt Hilfen kategorisch ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was die Hilfe Griechenlands angeht habe ich noch andere Gedanken der Solidarität unserer Kanzlerin im Ohr.
    Sie entwickelt sich wohl jetzt vor der NRW - Wahl von der "Aussitzerin" zur "Populistin"?

  • Frau Merkel hat keine Ahnung (brutto/Netto-Verwechslerin)und ist den Schlitzohren Ackermann/Junker nicht gewachsen; Finanzminister Schäuble ist nicht fit....die andern streiten sich wie die Kesselflicker und bedienen sich erstmal tüchtig an den Töpfen....Hilfe!!!

  • europäische Solidarität...
    hätte man auch von der EU bei der Wiedervereinigung erwarten können, aber:
    "... Allerdings wurden die Zahlungen der bRD an die EU 1990 um genau den betrag erhöht, mit dem die EU die ehemalige DDR förderte..."
    s.:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nettozahler

    man beachte auch die griechische EU-Statistik am Ende

    wieviel EU-Euphorie muss eingelicht sein, um zu verkennen, dass die dummen Deutschen mit salbungsvollen Worten vom "europäischen Gedanken" immer weiter ausgenommen werden.

    bzgl. der Exportabhängigkeit Deutschlands:
    auf www.destatis.de kann man sehen, dass zwischen 2005-2009 die Exportsteigerung in Nicht-Euro-Länder stärker gestiegen ist als in den Euroland.

    Die Eurovorteile sind also eine schöne Mär, der deutsche Exporterfolg basiert auf anderen Faktoren als der gemeinsamen Währung

  • ich hoffe für Deutschland, daß Frau Merkel bei ihrer strikten Haltung bleibt. bezahlt Deutschland einmal direkt oder indirekt für ein Mitgliedsland, so ist der weitere Verlauf für jeden klar denkenden Menschen abzusehen. bleiben Sie hart Frau Merkel!

  • ich bin ja mal gespannt wie lange es dauert bis Merkel dann doch den deutschen Steuerdepp zur Kassen bitten wird und wieder einmal "europäische Solidarität" geübt wird.
    "Europäische Solidarität" ist heute nichts anderes mehr, als dass Deutschland wieder einmal alles zahlen muss was andere verkehrt gemacht haben. Sonst spricht niemand von "Europäischer Solidarität". Alles Worthülsen und Geschwafelblasen!

    "Zugleich wies Merkel das Argument zurück, Deutschland habe besonders viel Nutzen aus dem Euro gezogen und müsse sich nun für angeschlagene Euro-Staaten engagieren. „Meine Überzeugung ist, dass alle Länder sehr stark vom Euro profitiert haben“, sagte Merkel. „Wir haben uns für einen gemeinsamen Währungsraum entschieden, weil er für alle gut ist.“ Nun müssten alle auch die festgelegten Regeln einhalten."

    Hier wieder einmal Merkel'sche Ablenkungstaktik. Deutschland, wenn damit tatsächlich das Volk gemeint sein sollte und nicht die Großkonzerne, die ja in keiner Weise mehr in dt. Hand sind, hat in KEiNER Weise vom Euro profitiert. Wertverluste um 60% in 10 Jahren durch hemmungslose Geldmengenausweitung und damit einhergehende Teuerung, Arbeitsplatzverluste, Transferzahlungen etc. pp. Frau Merkel sollte diese Dinge eigentlich offen aussprechen, falls sie wirklich dt. interessen vertritt, oder nicht ?!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%