Griechenland-Krise
Tsipras überrascht Gläubiger mit einem Reformplan

Endspiel um die Griechenland-Rettung: Während die Gläubiger in Berlin tagen, schickt Athen die lange geforderte Reformliste. Regierungschef Alexis Tsipras spricht von „realistischen Vorschlägen“. Ob diese reichen?
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AthenGriechenland hat seinen internationalen Geldgebern nach den Worten von Ministerpräsident Alexis Tsipras einen Lösungsvorschlag im Schuldenstreit übermittelt. „Wir haben einen realistischen Plan für Griechenland unterbreitet, um die Krise zu beenden“, sagte Tsipras am Dienstag in Athen. „Es ist ein realistischer Plan, dessen Annahme durch die Institutionen, unsere Geldgeber und unsere Partner das Ende des Teilungsszenarios in Europa bedeutet.“

Die Entscheidung liege nun bei den politisch Verantwortlichen in Europa. Tsipras sprach von einem „Dilemma“ – für die Gläubiger – zwischen einer realistischen Sicht auf einen Weg aus der Krise oder einer Teilung. Zum Inhalt des Vorschlags äußerte er sich nicht, sagte aber: „Wir haben einige Zugeständnisse gemacht, weil ein Kompromiss Zugeständnisse erfordert. Wir wissen, dass diese Zugeständnisse schwierig werden, aber wir haben einen realistischen Vorschlag gemacht, damit Griechenland aus der Krise herauskommt.“ Stimmten die Gläubiger zu, werde damit „das Ende der Szenarien einer Spaltung Europas“ besiegelt.

Die EU-Kommission will sich nicht zu dem neuen Reformplan Griechenlands äußern. Es gebe viele Dokumente, die zwischen Athen und seinen Gläubigern ausgetauscht würden, sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel. Sie bezeichnete es aber als „ein gutes Zeichen“, dass es diesen Austausch gebe.

Die Äußerungen des griechischen Regierungschefs kommen just nach einem Krisengipfel der Gläubiger in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mit Frankreichs Präsident Francois Hollande, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde über die Schuldenkrise beraten. Damit saßen alle Geldgeber, die seit 2010 immer neue Milliarden in das von der Staatspleite bedrohte Land gepumpt haben, an einem Tisch.

Ziel des Treffens sollte eine gemeinsame Strategie der Geldgeber Griechenlands sein. Ein Ergebnis wurde nach der Sitzung, die bis in die Nacht dauerte, jedoch nicht verkündet.

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  • In Analogie zu dem berühmten Ausspruch von F.A. von Hayek, dass 'Kommunismus ist nicht halb richtig, sondern ganz falsch' sei, will ich diesen Satz im Zusammenhang mit der EURO-, Europa- und Griechenlandrettung einmal analog umformulieren wie folgt:
    Der EURO ist nicht halb richtig, sondern ganz falsch.
    Falsch ist er von Beginn an gewesen für Deutschland, Italien, Frankreich und selbstverständlich Griechenland. Falsch deshalb weil er, wie der Kommunismus, eine Ideologie war und ist. Mit all den Politikerlügen und dem Betrug, all dies auf kleine Zettelchen geschrieben, könnte man problemlos den Krater von Santorin wieder zum Vulkan aufbauen. Gleichzeitig und später sind viele weitere Länder hinzugekommen, für die der EURO immer falscher wurde. Aus dem wesentlichen Grund: Ungleiches kann man nicht gleich machen durch Ideologie.
    Es hat beim Kommunismus nicht funktioniert und funktioniert nicht beim EURO. Seit der Antike wissen Baumeister, dass Bauwerke ein Fundament benötigen. Der ideologischen Schwärmerei eines von wirtschaftlichem Sachverstand nicht eben reichlich beleckten Herrn Kohl und dem französischen Rachedurst, haben wir es in erster Linie zu verdanken, dass seinerzeit, altes und neues Wissen über die Errichtung der EURO-Turmkonstruktion einfach als Häresie und Ketzerei abgetan wurde. Leider gab es bei der EURO-Konstruktion keinen Galileo Galilei "Und sie bewegt sich doch!"( lat.: "Tamensi movetur!") , dem man zugehört hätte, sondern wie damals auch, gab es die Heilige Kirche EURO sowie die EURO-Inquisition, und beides gibt es noch heute: Wer daran zweifelt, wird mit dem Tode bedroht. Doch auch noch so inbrünstiges beten macht den EURO nicht einmal für seine Gläubigen richtig.
    Deshalb stehe ich dazu: Und er (EURO) ist doch falsch.
    Wer ihn jedoch ebenfalls innigst wollte und wünschte ist die Rothschild Wall Street, heute wie damals als ein Kader zur Errichtung der NWO. Das trojanische Pferd EURO wird GR also aus dem Dreck ziehen und ganz Europa hineinreiten.

  • Griechenland darf nicht pleite gehen - denn das wäre nur der Anfang. Als nächstes würde Frankreich pleite gehen - denn die Abschreibung der griechischen Kredite würde den Staatshaushalt über Gebühr strapazieren.

  • Einen guten Rat an Frau Merkel, Frau Lagarde und Herrn Draghi: "Don´t play with a Gambler"

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