Griechenland

Schäuble verweigert Athen Atempause

Griechenlands Premier Samaras wirbt mit aller Kraft für eine Streckung der Sparauflagen und verpfändet sein Wort. Doch Bundesfinanzminister Schäuble blockt: Mehr Zeit koste mehr Geld und sei keine Lösung.
46 Kommentare
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: dapd)

BerlinVor dem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in Berlin hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dessen Wunsch abgelehnt, die Sparauflagen für das überschuldete Land zu lockern oder zeitlich zu strecken. Mehr Zeit zu gewähren, koste die Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank im Zweifel auch mehr Geld, warnte er im SWR. Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnte Erleichterungen ab.

"Mehr Zeit ist keine Lösung der Probleme", sagte Schaüble. Die Euro-Zone sei bei dem im vergangenen Jahr mit der Regierung in Athen ausgehandelten Paket mit drei Jahren Laufzeit bereits an die Grenze dessen gegangen, was wirtschaftlich vertretbar sei. Man könne nicht einfach nach einem halben Jahr sagen, das reiche alles nicht. "Denn dann gewinnt man das Vertrauen der Finanzmärkte nie."

Es gehe nicht um mehr oder weniger Großzügigkeit, sondern darum, einen Weg zu finden, der die Euro-Zone insgesamt aus dem mangelnden Vertrauen der Finanzmärkte herausführe, sagte Schäuble. Dazu müsse aber der nächste Bericht der Gläubiger-Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission abgewartet werden. Ständig neue Spekulationen schürten immer neue Unruhe auf den Finanzmärkten und erhöhten die "Ansteckungsgefahr" für andere Euro-Staaten.

Grundsätzlich müsse man für die schwierige Lage Griechenlands Verständnis haben, sagte Schäuble. Klar sei auch, dass das Land wegen der Wahlen viel Zeit verloren habe. Der Troika-Bericht soll im September vorliegen.

Ähnlich äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Samaras am Freitag trifft. Dann werde aber noch keine Lösung gefunden werden, hatte sie am Mittwoch Erwartungen gedämpft, ohne Zugeständnisse auszuschließen. Damit vertritt sie eine ähnliche Position wie der Sozialist Hollande, der bei seinem siegreichen Präsidentschaftswahlkampf gegen Nicolas Sarkozy im Mai den harten Sparkurs der Kanzlerin als Mittel zur Überwindung der Krise in Frage stellte.

„Das garantiere ich persönlich“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland - Schäuble verweigert Athen Atempause

46 Kommentare zu "Griechenland: Schäuble verweigert Athen Atempause"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nein - keine Satire.

    'george.orwell' glaubt das wirklich.

    Er scheint in einem Universum mit inversen ökonomischen Vorzeichen zu leben.

    In dem diejenigen, die Geld geben, die Empfänger des Geldes "versklaven" und "die letzten Blutstropfen auspressen".

    ...

    Don't feed the troll.

  • @Delinix
    Beide Verbuende sind natuerlich schlimm aber nicht vergleichbar! Die deutschen Nazis haben Massaker gegen der weltweit unbewaffneten Zivillisten veruebt! Die Goldene Morgenroete sind gegen der 1.5 mio illegal lebenden Fremden in Griechenland, die ohne Arbeit nicht normal ueberleben koennen und gegen das eigene Volk, Verbrechen, Diebstaehle, Ermordungen usw taeglich verueben. Beispiel dazu ist Athen! Ich bin uberhaupt nicht gegen den Auslaendern wenn sie hier legal wie meine Landsleute leben, aber wenn mein Haus von denen verbrochen wird? Der Staat ist unfaehig das Problem zu handhaben so das Volk wehrt sich ab und zwar rebellistisch. Auf jeden Fall das ist nich gerechtigt.
    Wer sollte sich eigentlich schaemen? Hoeren Sie mal:
    Daneben wo meine Wohnsitz ist, auf dem noerdlichen Kueste Kretas gibt es ein Denkmal (Monument) wo im Jahr 1941,die Nazis 110 brutal erschossene unbewaffneten zivillisten Maenner und KINDER im Sicht ihrer Frauen und Muttern, liegen. Neben an gibt es ein Hotel wobei Urlauber (zwischen ihnen auch Deutsche) auf dem Strand die Sonne geniessen. Darunter die Knochen der unfair erschossenen knirschen! Die Verbrecher Nazis wurden nicht(und werden nie) verurteilt, sie verkehren zwischen Ihnen, die Opfer nicht entschaedigt (werden auch nie) sie verkehren zwischen uns.
    Wer sollte sich eigentlich lebenslang schaemen?
    Wennigstens den Mund halten!
    GeoMak

  • Pro-D

    die Schlachtung im HB von Herrn Wulff fand ich auch furchtbar. Habe deshalb hierzu längere Kommentare geschrieben.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-bundespraesident-parteienstreit-ueber-hoeheren-ehrensold-fuer-wulff/v_detail_tab_comments/7038936.html?pageNumber=3&commentSort=debate

  • Guter Mann, mit Ihren Ansichten Griechenland könne sich nicht aus der Krise heraussparen, und der Durchschnittsgrieche werde sozial versklavt, haben Sie schon recht. Das Problem ist allerdings, dass das korrupte Griechenland die Selbstversklavung! betreibt. Würde man bei dem oberen Einkommensdrittel der Griechen endlich die dort anfallenden jährlichen 50 Milliarden Euro Steuerhinterziehung eintreiben, müsste sich in Griechenland niemand totsparen. Aber diese Eintreibung wird ja von den korrupten Griechen ständig selbst hintertrieben. Steuerbeamte aus Europa, die bei der Eintreibung helfen könnten, sind ja in in den Augen
    der griechischen Pseudoherkulesse nur neokoloniale Schurken wider den griechischen Nationalstolz, und die griechischen Steuerbeamten treiben das ausstehende Geld auch nicht ein. Wenn ein Volk so korrupt bei der Steuerhinterziehungs- und Mißbrauchsbekämpfung ist wie das Griechische, muss es mit Versklavung durch Kaputtsparen eben leben. Die Alternativen dazu wären ja schliesslich da.

  • Alles schon mal dagewesen (siehe unten) ... trotzdem halten 70 % Frau Merkel als kompetente Krisenpolitikerin.


    3. Februar 2010: Trotz der immer schwierigeren Situation macht Schäuble klar, dass mit finanzieller Hilfe nicht zu rechnen sei. „Griechenland muss die Fehlentwicklung der Vergangenheit korrigieren, daran führt kein Weg vorbei“, so der Finanzminister. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou verspricht: „Griechenland will keinen Cent von deutschen Steuerzahlern.“

    und so schaut die Wirklichkeit aus ....

    Rettungspakete von EU und IWF :

    Zeitpunkt und Umfang
    April 2010 130 Mrd. €
    Juli 2011 109 Mrd. €

  • @geomak
    Mehr fällt Ihnen wohl nicht ein, als die Nazikeule zu schwingen, wenn es unangenehm für Sie wird. Sie sollten sich mal schämen. Das gilt ganz besonders, weil Sie in Ihrem Land wirklich schlimme Nazis (Goldene Morgenröte) haben, die auf Ausländer mit Gewalt losgehen und dazu aus der Bevölkerung noch beklatscht werden. Das ist nichts anderes als ein griechisches "Rostock". Diese Nazi-Parteien (Goldene Morgenröte und Unabhängige Griechen) haben zusammen immerhin landesweit um die 13% bei den Wahlen erzielt - das ist deutlich mehr als die deutschen Nazis je erhalten haben.
    Ich kann nicht erkennen, woher das hohe Ross stammt, auf dem Sie sitzen.

  • Samaras versprach den Deutschen, sein Land werde die Hilfskredite von weit mehr als 100 Milliarden Euro zurückzahlen: “Das garantiere ich persönlich”, sagte der der Süddeutschen Zeitung.
    Ich garantiere, das Samaras es nicht erleben wird, das der griechische Staat jemals seine Schulden zurückbezahlt.
    Auch der Schuldenschnitt sind Schulden!

  • @Michael
    Aldi ist in GR Massen an Fakelaki losgeworden. Die größten Hindernisse aber bestanden darin, dass man ihnen erst Grundstücke verkaufte, dann aber monatelang keine Baugenehmiung erteilte. Das war richtig teuer. Gleichzeitig wurden alle Planungen von allen Seiten torpediert.
    Entweder hatte Aldi keine griechischen Berater, die den Markt kennen, oder aber diese haben gemeinsame Sache mit den Behörden gemacht (oder mit der Konkurrenz).
    Lidl jedenfalls hatte viel weniger Probleme und hat sich gut etabliert.

  • Griechenland kann nicht aus sich selbst heraus atmen, das setzt tatsächlich Anstrengung voraus. Wir sollten Herrn Samaras eine Herz-Lungenmaschine schenken, und dann soll er uns ein und für alle mal in Ruhe lassen. Ist das jetzt klar, ihr Bankrotteure?!

  • Man sollte die ganze EURO Krisen Debatte mit ihren irrationalen Ausläufern, die an ein Irrenhaus erinnern, endlich auf eine rationalen Boden stellen. Nur so kann man die Ursachen der Krise transparent machen und überhaupt nur an eine Lösung denken. Diese EURO Währungsunion kann faktisch in der aktuellen Form nicht bestehen. Das ist seit mindestens drei Jahren mehrfach belegt. Die irrationale Fokussierung auf ein Symptom aus diesem Faktum, nämlich die Zinshöhe einer Staatsanleihe und dessen Bekämfung, wird die Ursache dieses Problems nicht lösen. Auch sollte mittlerweile die Erkenntnis gereift sein, dass die Auflagen des IWF, die vermutlich das Kernproblem eines zu heterogenen Währungsraums lösen sollten, nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben und bringen werden. Die Öffentlich zunehmend über die wirklichen Zustände in den Krisenländern zu täuschen, führt ebenfalls nicht dazu, dass es diesen EURO Raum in der Form langfristig geben wird. Der bis dato von den Politikern angerichtete Schaden ist mittlerweile schon gross genug, jetzt sollten rationale Lösungen angedacht, geplant und implementiert werden, bevor der Schaden noch grösser wird. Vor allem sollte man solche irrationale Debatten wie die über weitere Transfers nach Griechenland, die so oder so zu nichts führen, beenden und endlich dort die Drachme einführen, alles andere nützt auch dem EURO Raum nichts.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%